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Marius Müller-Westernhagen Versuch dich zu erinnern Rezensentin:
Petra Vogel
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Titel: Versuch dich zu erinnern" Biographie von und über Marius Müller- Westernhagen Fotografiert von Dieter Eikelpoth Im Gespräch mit Manfred Bissinger (Frühjahr 2003 in Florenz) Erscheinungsjahr: 1999/2005 Bearbeitete Ausgabe: Ungekürzte Lizenzausgabe der RM Buch und Medien Vertrieb GmbH und der angeschlossenen Buchgemeinschaften Vermuteter Persönlichkeitstyp: Sachtyp-Ich-Fühler-Gegenwart Anmerkung: Marius Müller-Westernhagen, geboren 1948 in Düsseldorf, ist Sänger, Songschreiber und Schauspieler. Rezensentin: Petra Vogel
Psychographischer
Kommentar:
Sachtyp: S. 12: Wenn ich nachts jemanden aus der Clique nach Hause chauffierte, war es üblich, dass derjenige mir ein oder zwei Mark zum Sprit dazugab." S. 14: Das ist wohl wahr, besonders wenn es über einen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten geschieht." S. 19: Eine künstlerische Arbeit ist für mich immer nur befriedigend, wenn sie leidenschaftlich und intensiv ist. Sie verlangt völlige Hingabe." Ich glaube, der Anspruch jedes Künstlers sollte sein, vielleicht nicht gerade die Welt, aber sein eigenes Umfeld ein bisschen besser gemacht zu haben. Ich wünsche mir, dass meine Songs Bestand haben." Ich will kein Zeitgeistler sein." S. 21: Ich muß Menschen beobachten, sie analysieren und mich in sie hineindenken können. Da liegt es nahe, dies auch mit mir selbst zu tun. Das ist schwierig, weil dir die Eitelkeit und die eigene Unsicherheit im Weg stehen. Auf der einen Seite ist da der Westernhagen, der Millionen von Platten verkauft hat, erfolgreich Filme drehte und vor Massen von Menschen aufgetreten ist, und auf der anderen Seite der introvertierte Junge aus Düsseldorf. Diese Spaltung zu überwinden, ist oft nicht einfach für mich." S. 33: Ich musste erkennen, dass Sicherheit im Leben eine Illusion ist." S. 37: Natürlich passiert es mal, dass mich Texte einfach so anspringen, zum Beispiel im Auto. Da such ich dann nach kleinen Zetteln, die ich vollpinsel." S. 38: Im Grunde aber bin ich ein fauler Hund. Nur, wenn ich einmal angefangen habe, kriegt mich keiner mehr vom Papier weg." S. 39: Da ist ein selbstgeschriebener Songtext abgebildet, wo er selbst seine Fehler verbessert hat, die weitgehend daraus bestanden, dass er Buchstaben vergessen hatte. S. 55: Der Titel des Kapitels: Entscheidungen muß ich selbst treffen S. 60: Ich drücke mich gern vor Verantwortung." S. 186: Was ich geworden bin, ist auf mich zugekommen, ich habe mich nur nicht gesträubt. Es entwickelte sich einfach so." S. 197: Einer der Gründe übrigens, warum ich bei Warner unterschrieb, war, dass sie mir alle Platten aus ihrem Katalog versprochen hatten. Das war für mich ein Riesenargument. Platten! Umsonst!." S. 276: Ich lebe ja gerne im Kapitalismus, ich verdiene gerne Geld und ich genieße mein Leben." S. 338: Ich habe mich noch nie gut genug gefunden." Ich versuche unabhängig zu sein, aber ich bin nicht sehr kritikfähig. Kritik verletzt mich sehr." S. 340: Ich werde sehr gerne verstanden. Ich halte es aber in der Tat für wichtiger, zu verstehen, als verstanden zu werden." S.342: Ich besitze zwar ein Elefantengedächtnis und bin damit auch penetrant, aber auf der anderen Seite habe ich auch ein großes Harmoniebedürfnis, ich möchte mich irgendwann auch wieder aussöhnen." S. 343: Ich verstehe das Gebet als Meditation. Gott ist für mich von universeller Energie. Selbst wenn sie nicht existieren sollte, ist für mich der Glaube an sie tröstlich." S.367: In vielen Berichten wird über deine Beziehungsunfähigkeit spekuliert." Die bestand, das ist richtig. Ich habe sie erst durch die Heirat mit Romney abgelegt." Immer, wenn ich in einer Beziehung merkte, da wird geklammert oder ich werde eingeengt, musste ich ausbrechen." S. 371: Ich war immer verrückt nach Frauen. Mein Name in der Band war Liebeskasper, weil ich mich ständig verliebte. Ich bin ja nicht gerade ein Zuchtbulle, aber ich war immer verliebt ins Verliebtsein. Dagegen haben mich Groupies nie interessiert, sie besitzen kein Geheimnis. Für mich hat Erotik auch etwas mit Intelligenz zu tun."
Möglicherweise ich-bezogen: S. 13: Dieter war für mich interessant, weil ich mich an ihm reiben konnte, vor allem in künstlerischen Fragen. Wir besitzen beide gesunde Egos und sind deshalb immer mal wieder aneinander geraten, und dann schwor man sich, mit diesem Arschloch rede ich nie mehr." S. 33: Durch dieses Attentat war über Nacht die Distanz verflogen. Ich war auf einmal mittendrin. So habe ich das empfunden: als befände ich mich selbst im Krieg." (vom Ich-Bezug in die Wir- Ressource?) S. 35: Ich bin ein Teamplayer (geworden?). Trotzdem will ich meinen Kopf durchsetzen, aber nur dann, wenn ich davon überzeugt bin, dass ich recht habe. Sollte jemand die besseren Argumente haben: Kein Problem! Ich bin nicht selbstgerecht." S. 39: Da ist ein selbstgeschriebener Songtext abgebildet, der ausschliesslich mit dem Wort: Ich...", beginnt. S. 55: Meine Art zu arbeiten ist ein multimedialer Kraftakt, ein Gesamtkonzept. Alles, was ich tue, hat immer mit mir zu tun, mit meinem Gesicht, mit meiner Präsenz." S. 56: Ich bin mit fünf Musikern ins Studio gegangen, habe lange mit ihnen darüber gesprochen, was ich mir vorstelle,..." S. 77: Und da war meine Vision einfach nur, frei zu sein.. Frei zu sein von meinem Elternhaus, von meiner Mutter, frei entscheiden zu können und mich in meinem Beruf zu entwickeln." S. 186: Eine meiner Charaktereigenschaften ist sicher, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann verfolge ich es auch mit aller Konsequenz." S. 198: Ich wurde immer selbstmitleidiger und kitschiger." S. 272: Anderen die Zeit zu stehen, ist eine Respektlosigkeit, egal, wie groß, reich oder berühmt du bist." S. 277: Heimat bedeutet für mich meine Frau, unsere Kinder, meine Freunde..." S. 335: Das einzige, was ich erwarte, ist ein wenig Respekt vor meiner Arbeit." S. 337: Ich empfinde mich als Marius Müller-Westernhagen und nicht als Rockstar." S. 341: Natürlich stehe ich gerne auf der Bühne, werde es vielleicht auch wieder tun, aber für mein Selbstwertgefühl brauche ich es nicht." S. 367: Ich habe Frauen immer nach meinem Bild zu formen gesucht, mir haben Frauen immer alles hinterhergetragen. Romney war die erste Frau, die sich nicht von mir verändern ließ." S. 370: "Entweder du kommst morgen früh mit mir, oder es ist zu Ende, sonst bringt es uns noch um." Obwohl wirklich sehr viele Hinweise darauf deuten, Marius Müller- Westerhagen könnte ein Ich- Bezogener sein, habe ich Zweifel. Er spricht mindestens genauso oft von wenn du..." oder man...", obgleich auch er selbst gemeint sein könnte. Das würde für eine Du- Bezogenheit sprechen.
Möglicherweise Gegenwartsorientierter: Buchtitel: Versuch dich zu erinnern" S. 11: Ich weiss nicht mehr, wann wir uns das erste Mal über den Weg gelaufen sind." S. 33: Natürlich passiert es mal, dass mich Texte einfach so anspringen, zum Beispiel im Auto. Da such ich dann nach kleinen Zetteln, die ich vollpinsel." S. 267: Wenn du aber wissen möchtest, was ich im Augenblick gerne höre..." S. 277: Heimat bedeutet für mich meine Frau, unsere Kinder, meine Freunde und der jeweilige Ort, an dem ich gerade bin." S. 372: Ich stehe nach einem Sturz wieder auf und versuche, ihn zu relativieren. Ich kann mich zwar mal ein paar Tage im Unglück suhlen, aber dann ist es auch gut."
Vielleicht ein Fühler? S. 37: Manchmal versetzt mich die Musik in eine Stimmung, die mich zum Text inspiriert." Du kannst ja nicht nur vom Inhaltlichen ausgehen, der Text muß auch Melodie haben, also klingen. Das Schwierigste beim Texten ist, mit wenig Worten etwas Substantielles zu sagen." S. 55: Ich spüre sehr genau, wie sie mich interpretieren und ob sie sich identifizieren, ob sie ihre Seele einbringen." S. 77: Ich wollte meine Zartheit kompensieren und allen beweisen, was ich kann. S. 198: Ich wurde immer selbstmitleidiger und kitschiger." S. 267: Wie unsere amerikanischen und englischen Vorbilder waren auch wir vorwiegend Autodidakten, die sich das Gitarre spielen mit Hilfe des Gehörs und einer Grifftabelle selbst beigebracht haben." Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt Musik auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Ich habe im Laufe der Jahre Stille immer mehr zu schätzen gelernt." S.273: Aber ich habe in meinem ganzen Leben nie das Gefühl gehabt, etwas Besonderes zu sein." Mein nationales Gefühl hört aber fast schon bei der Fußballnationalmannschaft auf." S. 274: Als ich es im Fernsehen verfolgte, liefen mir die Tränen herunter..." S. 276: Nur dann sitze ich im Kino und sehe Schindlers Liste, und mir laufen die Tränen vor Scham." S.336: ...so bin ich davon auch nicht abhängig und kann von Fall zu Fall entscheiden, was ich wahrnehme und was nicht." S. 342: Für mich gehört zu Freundschaft auch Gefühl." S. 370: Wenn wir uns am Flughafen verabschiedeten, brachen wir beide in Tränen aus, wie in einem Hollywood-Drama." S. 372: Ich stehe nach einem Sturz wieder auf und versuche, ihn zu relativieren. Ich kann mich zwar mal ein paar Tage im Unglück suhlen, aber dann ist es auch gut." Ein Indiz, welches eher für den Fühler sprechen würde, ist die Tatsache, dass sein Buch zur Hälfe aus Bildern zusammengesetzt ist. Meistens ist nur er selbst (als ich?) zu sehen, manchmal er mit Menschen, die wichtig für ihn sind. Ähnlich wie mit der Ich- Bezogenheit bin ich hier ebenfalls im Zweifel. Er spricht des öfteren worüber er wie denkt oder schickt ein ich denke..." seinen Sätzen voraus. Dies könnte aber genau so am Sachtyp an sich liegen, der von Grund her ein eher nachdenklicher Mensch ist. Es sind noch Fragen offen...
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