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Henry David Thoreau Walden Rezensent:
Werner Winkler
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Autor: Henry David Thoreau Titel: Walden (engl. Original: Walden: or, Life in the Woods) Erscheinungsjahr: 1854 Vermuteter Persönlichkeitstyp des Autors: Handlungstyp-Denker Rezensent: Werner Winkler Inhalt-Kurzbeschreibung: Im Frühjahr 1845 startet der Lehrer H.D. Thoreau ein Eigenexperiment, das ihn für die nächsten zweieinhalb Jahre in eine selbstgebaute Hütte am Rand eines Waldsees verschlägt. Die Veröffentlichung seines Tagebuchs, das mit allerlei Geschichten, Selbstbetrachtungen und Gedanken zum politischen wie gesellschaftlichen Leben des damaligen Amerika gefüllt ist macht ihn bis heute zu einem der Kultautoren des alternativen Lebens. Hermann Hesse schrieb dazu: "Die amerikanische Literatur, so kühn und großartig sie ist, hat kein schöneres und tieferes Buch aufzuweisen." Leseprobe: "Nachdem ich den Vormittag über gehackt oder auch gelesen und geschrieben hatte, badetet ich gewöhnlich noch einmal im Teiche, schwamm, um mir ein Ziel zu stecken, nach einer der Buchten hinüber, wusch den Arbeitsstaub vom Körper oder die letzte Falte, welche das Nachdenken hineingezeichnet hatte, von der Stirn und hatte nun meinen Nachmittag vollkommen frei. Jeden oder jeden zweiten Tag schlenderte ich ins Dorf, um die Neuigkeiten zu vernehmen .." Psychographischer Kommentar: Nicht nur die Freude eines Handlungstyps am Bau des eigenen Hauses spürt man über weite Seiten dieses Buches, sondern auch seinen Spaß dabei, sich dem zu widersetzen, was die Regeln der anderen ihm vorschreiben wollen und es auf seine eigene Weise zu versuchen; bis hin zum Brotbacken reicht sein Eigensinn - warum Hefe verwenden, wenn es auch ohne geht? Thoreau möchte - ganz nach Art des Handlungstyps - sein eigener Herr sein, seine eigene Arbeit tun. Dafür ist er bereit, das Opfer der zeitweisen Abgeschiedenheit zu bringen (was ihm offenbar nicht schwer fällt) und harte Arbeit zu leisten. Auch in psychologischer und philosophischer Hinsicht lässt uns Thoreau an den Gedanken eines Handlungstypen teilhaben: "Unser ganzes leben ist erstaunlich moralisch. Es gibt darin keinen Moment lang Waffenstillstand zwischen Tugend und Laster. Güte ist die einzige Kapitalanlage, welche nie verlorengeht." oder "Wir sind uns des Tieres in uns bewusst, das in dem Verhältnis wach ist, als unsere höhere Natur schlummert." Und, wie fast nicht anders zu erwarten, scheint Thoreau die Tiere den Menschen die allermeiste Zeit vorzuziehen. Ausführlich beschreibt er seine Begegnungen mit ersteren, während die letzteren eher schlecht davonkommen. Dafür würdigt er die Ausnahmen umso stärker und setzt so einigen wenigen Menschen ein literarisches Denkmal. Buchdaten: Thoreau: Walden, Diogenes Taschenbuch, ISBN 3-257-20019-6, ca. 10,-- Euro
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