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Philadelphia

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Rezensentin: Petra Vogel 

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Copyright für alle Seiten: Werner Winkler, 2005-2009

Titel: Philadelphia

Erscheinungsjahr: 1993

Regie: Jonathan Demme

Darsteller: Tom Hanks, Denzel Washington, Antonio Banderas

Sonstiges: 1994 mit 2 Oscars ausgezeichnet

Titelsong „Streets of Philadelphia" von Bruce Springsteen wurde ebenfalls mit einem Oscar prämiert

 

Inhalt Kurzbeschreibung:

Angeblich soll er die Akte in einem wichtigen Fall verschlampt haben. Doch der junge Anwalt Andrew Beckett (Tom Hanks) kennt den wahren Grund für seine Kündigung: Er ist homosexuell und mit dem Aids-Virus infiziert. Als die Krankheit ausbricht, lässt ihn Kanzlei-Chef Wheeler, früher sein Förderer, fallen. Andrew kann das nicht akzeptieren- er beginnt zu kämpfen. Zusammen mit dem einzigen mutigen Anwalt der Stadt (Denzel Washington) verklagt er seinen Arbeitgeber. Der Prozess sorgt schnell für schockierende Schlagzeilen.

 

Psychographischer Kommentar:

Vermuteter psychographischer Persönlichkeitstyp von Andrew Beckett: Beziehungstyp (BT) - Denker - Wir

Tom Hanks macht in der Rolle als Anwalt Andrew Beckett dem BT - Denker - Wir alle Ehre. Er ist sehr beliebt, da er zu allen Menschen nett, charmant und freundlich ist. Seine Gemütsverfassung sieht man ihm immer deutlich im Gesicht an. Und er hat immer einen Scherz auf seinen Lippen. Selbst, als er im Sterben liegt (DVD 14515):

„Was sind tausend Rechtsanwälte aneinander gekettet auf dem Meeresgrund...ein guter Anfang."

Und, obwohl er ein Denker zu sein scheint, ist er ein ausgesprochen emotionaler Mensch. Dies ist sehr deutlich erkennbar in der Szene, in der er eine Arie einer Oper interpretiert (DVD11355 - 11930), die ein Beziehungsdrama wiederspiegelt:

„Ich bin die Liebe...hören Sie das Herzeleid in ihrer Stimme? Können Sie es fühlen...in diesem Schmerz kam die Liebe zu mir..." Seine Gestik und Mimik hierbei ist sehr ausdrucksstark und bewegend.

Er verklagt die Kanzlei zwar wegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung. Dennoch scheint durch, dass er in der Hauptsache menschlich enttäuscht ist.

Der Denker wird dadurch erkennbar, da er ein Mann ist, der sehr gründliche Recherchen betreibt. Er sammelt Informationen, ist genau und gründlich. Er durchdenkt präzise, erkennt Zusammenhänge sehr schnell.

Der Wir-Bezug ist eigentlich unverkennbar. Er wohnt in einer Wohngemeinschaft, sammelt gerne und oft seine gesamte Familie um sich. Selbst bei seinen Krankenhausaufenthalten und im Gerichtssaal. Deren Unterstützung bedeutet ihm alles, vor allem die seiner Geschwister.

Zudem spricht er häufig in der Wir-Form und versucht immer zwischen allen Beteiligten zu vermitteln. Gutes Beispiel ist, als sein Freund Miguel (Antonio Banderas) den behandelten Arzt verbal attackiert, weil er dagegen ist, dass Andy eine Stuhlprobe abgeben soll (DVD 1658 - 1711):

„Also gut. Ich schlage also vor, WIR warten ab, was das Blutbild sagt und ich versuche doch mal eine Stuhlprobe zu geben. Die Krankenhauskost hilft mir sicher dabei. Und dann hören WIR vielleicht etwas von Dr. Gilman, dann machen WIR weiter, ok? Ja? Sind WIR jetzt alle zufrieden?"

Auch in der Bibliothek hält er sich lieber im Gruppensaal auf, obwohl im ein separater Leseraum angeboten wird.

Deutlich wird die Du-Schwäche des Wir-Bezogenen, als er vor lauter Recherchen seinen Freund Miguel vernachlässigt. Der schreit ihn an:

„Du könntest mich wenigstens mal ansehen und mir ein wenig deiner Zeit widmen."

 

Vermuteter psychographischer Persönlichkeitstyp von Joe Miller: BT - Macher

Denzel Washington alias Joe Miller spielt den „Kollegen" von Andrew Beckett und ist, vermutlich als Macher, die ausführende Kraft des Denkers Andy. Er ist schlagfertig, als BT, und redet jeden in Grund und Boden. Er fühlt sich völlig übermannt, wenn er in seine Ressource, ins Fühlen, geht. Als Andrew ihm die im letzten Absatz beschriebene Arie interpretiert, kommen ihm die Tränen und er nimmt Reißaus.

Der Beziehungstyp zeigt sich in mehreren Szenen sehr deutlich. Bezeichnend sein Satz, der mehrere Male im Film auftaucht:

„Erklären Sie es mir bitte als wäre ich 8 Jahre alt."

Er stellt dann viele Fragen um sich zu vergewissern, ob er es auch richtig verstanden hat. Zunächst hat er es abgelehnt, den Fall anzunehmen. Joe hat Vorurteile gegen Schwule. Als er aber sieht, wie schlecht man Andrew behandelt, ist er so berührt von dessen Schicksal, dass er doch „Ja" sagt. Ausserdem scheint es, als ob er neugierig auf die Hintergründe des Falls ist und möchte seinem Kollegen helfen. Eine weitere Motivation für sein Engagement stützt sich wohl auf das „Bewusst- machen" des Umstandes, dass bei Aids dem physischen Tod der „psychische Tod" durch Ausgrenzung aus der Gesellschaft vorausgeht.

 

Vermuteter psychographischer Persönlichkeitstyp von Miguel: Handlungstyp (HT) - Fühler - Du

Miguel, gespielt von Antonio Banderas, ist offensichtlich ein HT-Fühler. Er ist aufbrausend und extrem emotional. Er kümmert sich liebevoll um seinen kranken Freund, ist stets zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Er führt Buch über die Krankenhausaufenthalte Andrews - sehr typisch. Er wird relativ schnell aggressiv, vermeidet keinen Streit, möchte die Ärzte bevormunden - entschuldigt sich aber im Nachhinein sofort.

 

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