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Reine Nervensache

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Copyright für alle Seiten: Werner Winkler, Januar 2005; letzte Aktualisierung: 26. Oktober 2005

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Reine Nervensache (Originaltitel: Analyze this!)

Erscheinungsjahr: 1999

Regie: Harold Ramis („Ghostbusters", „Und täglich grüßt das Murmeltier")

Drehbuch: Harold Ramis, Peter Tolan, Kenneth Lonergan

Darsteller: Billy Crystal, Robert de Niro

Sonstiges: Mit beiden Hauptdarstellern erschien 2002 die Fortsetzung „Reine Nervensache 2" („Analyze that!")

Inhalt Kurzbeschreibung:
Der Mafia-Boss Paul Vitti (Robert DeNiro), der mit den Nerven am Ende ist, sucht Hilfe bei Psychiater Dr. Ben Sobel (Billy Crystal). Dieser möchte eigentlich nicht, aber hat er eine Wahl wenn der Pate ihm ein Angebot macht? Doch je mehr Vitti den Psychiater für sich vereinnahmt, desto mehr wird dieser in dessen Angelegenheiten verwickelt: Plötzlich soll er Vitti für das FBI bespitzeln und findet sich am Ende auf einer Mafiaversammlung wieder...

 

Psychographischer Kommentar: (HT = Handlungstyp, BT = Beziehungstyp)

5:17

Dr. Ben Sobel behandelt als Psychiater in seiner Praxis die Weh-Wehchen der Vorstadt-Gesellschaft. Als vermutlich BT sind ihm diese Sitzungen auf Dauer wohl nicht abwechselungsreich genug und er gerät ins Tagträumen, wie das aktuelle Gespräch anders ablaufen könnte.

10:54

Als BT ist er auch enttäuscht, dass seine Eltern nicht zu seiner Hochzeit kommen wollen. Immerhin ist es für ihn „eine einmalige -äh-gut - eine zweimalige Sache...".

13:45

Währenddessen hat Paul Vitti (klassischer HT), Kopf einer New Yorker Mafiafamilie, seinen achten „Herzanfall" und bekommt die Ergebnisse des Arztes im Krankenhaus. Dieser eröffnet ihm, dass mit seinem Herz alles o.k. ist und dass er „nur" eine Panikattacke hatte. Vitti überzeugt ihn mit schlagenden Argumenten, dass er niemand ist, der in Panik gerät... Anschließend lässt er einen seiner „Angestellten" einen „Seelenklempner" suchen.

16:54

So landet er bei Dr. Sobel. Ihre erste Begegnung wird gleich von Vitti dominiert. Sobel sagt zu allem nur noch „Ja":

V.: „Sie wissen wer ich bin?"

S.: „Ja...ja"

V.: „Nein! Wissen sie nicht!"

S.: „O.k.!"

V.: Kennen sie mein Bild aus der Morgenzeitung?"

S.: „Ja."

V.: „Nein! Kennen sie nicht!"

S.: „Ich krieg nicht mal ne' Morgen...zeitung. Äh...äh"

 

18:10

Vitti gibt vor sich für einen Freund bei Sobel wegen einer Therapie zu erkundigen. Als HT kann er nicht von selbst damit rausrücken, dass er es ist der Hilfe braucht. Als sich die beiden dazu hinsetzen nimmt Vitti Sobels Sessel, so dass Sobel nur die Patientencouch bleibt. Sobel versucht zwar noch im Ansatz ihn darauf aufmerksam zu machen, doch Vitti über geht das mit einem „Ich werde hier sitzen." Was Sobel gleich wieder bejaht: „Natürlich, wenn das... für Sie angenehm ist...sehr gern."

20:30

Sobel deckt ganz mutig schnell auf, dass Vitti wegen sich selbst gekommen ist und Vitti honoriert das mit Lob. Als er ihm Medikamente gegen die Panikattacken vorschlägt reagiert er mit vehementer Ablehnung: „Drogen? Ich schluck' keine Drogen! Drogen schluck' ich nicht!".

21:33

Vitti macht Sobel zum Abschied auch gleich die Modalitäten der Behandlung klar: „Ahh, bevor ich's vergesse... wenn wir uns unterhalten und sie ne' Schwuchtel aus mir machen, mache ich sie kalt, ist das klar?"

28:30

Als HT erwartet Vitti dass mit einem Gespräch mit Sobel alles erledigt und er „geheilt" ist. Das ist natürlich nicht der Fall. Wutentbrannt lässt Vitti Sobel nachts aus dem Bett holen, zu sich bringen und beschimpft ihn. Das lässt Sobel sich nicht bieten gibt ihm Kontra. Prompt öffnet sich der HT und erzählt von seinen Erektionsproblemen (26:30). Als Sobel in diesem Gespräch die Sache endgültig beenden will und ihm die Behandlung „verweigert" beginnt Vitti zu weinen und Sobel wird schwach. Als BT will er ihm ja doch irgendwie helfen...

31:02

Am Ende des Gesprächs lobt ihn der HT, dass er der Einzige ist, der sich traut mit ihm so klar und ehrlich zu reden.

38:34

Ein schönes Beispiel wie viel Wert der HT auf Harmonie legt zeigt sich, als Vitti mit Kind und Kegel den Sobels auf ihrem „Polterabend" begegnet: „Alle freuen sich des Lebens, haben ein Lächeln auf dem Gesicht. Das ist nett." Prompt wird er als „Mafia-Boss" angesprochen, was er gar nicht nett findet...

44:01

Wie wichtig ihm die Familie ist zeigt sich auch in der Szene, als ein Mordanschlag auf Vitti missglückt. Er sagt deutlich, dass es viel schlimmer wäre, wenn seine Familie zu schaden kommt, als wenn ihm etwas passiert.

45:00

Als Sobel die Therapie mal wieder beenden will, weil der Mordanschlag seine Hochzeit hat platzen lassen, gibt er zu, dass er (BT-typisch-) naiv war als er dachte er könnte Vitti helfen. Natürlich rechtfertigt sich der HT.

46:08

Sobel macht den Vorschlag dass Vitti seinen Gegenspieler (der den Mordanschlag veranlasst hat) anruft und sagt, wie er sich gerade fühlt. Anfangs funktioniert es auch, doch dann kommt der klassische HT durch...

48:04

Viel hilft viel! Vitti versucht mit einem Hochzeitsgeschenk das Malheur wieder gut zu machen....

56:43

Sobel kommt der Sache langsam näher. Vittis Panikattacken haben irgendwie mit dem Tod seines Vaters zu tun. Doch Vitti will partout nicht über seinen Vater reden. In der entstehenden Diskussion kommt es zu einem Rollentausch. Während der HT hier gut abschneidet - er geht in Beziehung indem er sich für sein Gegenüber interessiert - geht es dem BT gar nicht gut damit als er versucht Vittis Fragen konsequent abzulehnen. Es hat etwas von einem Hilfsangebot, dass er nicht annehmen kann. Zumal er ja nicht der Patient ist...

1:12:51

Leider geraten Vitti und Sobel ausgerechnet dann in eine Schießerei, als Vitti den ersten Durchbruch in der Therapie schafft. Beim BT Dr. Sobel sorgt diese Gefahr im Nachhinein dafür, dass er mit seinen anderen Patienten anderes umgeht. Er scheint sich mehr Gedanken um das Leben selbst zu machen.

1:20:46 und 1:23:41

Zum Schluss noch zwei Szenen, wo der BT sehr schön sein schauspielerisches Talent zeigt: Vitti hat kurz vor einer großen Versammlung aller Mafia-Bosse einen Zusammenbruch. Sein „Assistent" kommt auf die wahnwitzige Idee, dass Dr. Sobel ihn vertreten muss, weil er ihn für den intelligentesten Menschen hält, den er kennt. Sobel hat selbstverständlich einen Heidenangst. Aber er macht das Beste daraus.

 

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