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Psychographium - Filme Matrix (Teil 1) Kulturarchiv der Psychographen
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Copyright für alle Seiten: Werner Winkler, 2005-2009 |
Titel: Matrix Erscheinungsjahr: 1999 Regie und Buch: The Wachowski Brothers Darsteller: Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss, Hugo Weaving Sonstiges: Frei ab 16 Jahren (und das ist auch gut so; der Film steht im Verdacht, das Vorbild für einen Amoklauf eines amerikanischen Schülers und evtl. für die Anschläge auf das World Trade Center verantwortlich bzw. anregend gewesen zu sein). Er gilt als Meilenstein der Filmgeschichte, weil nie zuvor das Thema "virtuelle Realität" bzw. "Konstruktivismus" so überzeugend umgesetzt wurde.
Inhalt Kurzbeschreibung: Wir schreiben ca. das Jahr 2199 - intelligente Maschinen haben die Vorherrschaft über die Erde gewonnen und nutzen die Menschen als Energiequelle während sie ihnen eine künstliche, computergenerierte Welt direkt ins Hirn einspeisen. Neo (Keanu Reeves) wird von einer Gruppe außerhalb dieses Systems lebender Menschen befreit, weil sie ihn für dazu auserwählt halten, die Menschheit von der Tyrannei der Maschinen zu retten. Erst langsam findet er sich mit dieser Rolle ab und gerät dabei selbst in Gefahr ...
Psychographischer Kommentar: Vermuteter psychographischer Persönlichkeitstyp von Neo (und Keanu Reeves): Sachtyp (ST) Vermuteter psychographischer Persönlichkeitstyp von Morpheus (und Laurence Fishburne): Beziehungstyp (BT) Vermuteter psychographischer Persönlichkeitstyp von Trinity (und Carrie-Anne Moss): Handlungstyp (HT) Da die Figuren sehr stark von den (vermutlichen) Sachtyp-Autoren geprägt werden (s. unten) ist es nicht ganz leicht, deren Persönlichkeitstypen klar zu identifizieren. An kleinen Gesten verraten sie sich jedoch trotzdem, z.B. Keanu Reeves an seinem perfekt zur Rolle passenden zeitlupenhaften Gesichtsausdruck. Laurence Fishburne zeigt zweimal (DVD 5100 und 11422) sein typisch-bewegtes Beziehungstyp-Gesicht und Carrie-Anne Moss lässt als Grundtyp den Handlungstyp vermuten, weil sie z.B. gleich zu Beginn sich selbst in handlungstypischer Art einen Befehl erteilt (DVD 515), das "Nein" sehr typisch ausspricht und vor allem läuft wie ein Handlungstyp (DVD 14317). Die Rolle von Morpheus ist insofern typisch für einen BT, dass er als Retter auftritt, der den Retter der Welt erwartet und dabei fast stirbt. Außerdem verbreitet er ständig Optimismus und lächelt auch in schwierigen Situationen noch. Trinity ist einerseits die kraftvolle Freundin, die im Kampf an der Seite von Neo steht - andererseits hat sie Angst, sich zu verlieben und erweckt endlich sogar Neo mit ihrer Liebe wieder vom Tod zum Leben! Viel deutlicher könnte die außergewöhnliche Kraft der HT-Liebe kaum dargestellt werden (DVD 15700); gleichzeitig wohl ein ST-Traum: Von einer starken HT-Frau durch einen Kuss zum Leben geliebt zu werden ...
Vermuteter psychographischer Persönlichkeitstyp der Drehbuch-Autoren: Sachtypen Die Begründungen sind zahlreich, z.B. die Sprache: Durch den ganzen Film und fast alle Figuren ziehen sich sachtypische Denk- und Redewendungen, z.B. in Sachen Zeit "Wir haben keine Zeit." "Es ist an der Zeit, sich zu entscheiden." "Es gibt zwei Möglichkeiten, aus dem Gebäude zu kommen ... beide sind riskant, die Wahl überlasse ich dir." "... dass ich meine Zeit mit Ihnen vergeude." "wir haben keine Zeit für Frage-Antwortspielchen" "die Zeit arbeitet gegen uns" "Hallo Neo - gerade zur rechten Zeit" oder auch hinsichtlich einer Vorliebe der Sachtypen, möglichst alles verstehen, wissen, erklären zu wollen: "möchtest du wissen, was genau sie (die Matrix) ist?" "dummerweise ist es schwer, jemand die Matrix zu erklären" Trinity: "Ich hoffe es" Morpheus: "du brauchst nicht zu hoffen, ich weiß es" "ich kann das nicht erklären" "ich verstehe das nicht" Bekanntlich haben Sachtypen eine Schwäche für Technik (der ganze Film ist voll davon), für das Schicksal, sie haben es mit der Kraft, die ihnen so häufig fehlt und mit dem Geist (der im Film vorführt, welche Kräfte er entfalten kann, DVD 20130) - Sachtypen haben häufig den Eindruck, etwas Besonderes zu sein oder sie kämpfen mit den (animalischen) Trieben ihrer Körperlichkeit: Alles das kommt in den Dialogen zum Vorschein: Ein Vorgesetzter zu Neo (als er zu spät zur Arbeit kommt, ein Alptraum für Sachtypen): "Sie haben ein Problem mit Autorität, Mr. Anderson. Sie denken, Sie sind etwas Besonderes, jemand, für den keine Regeln gelten." "Ich will nichts mehr wissen, ich will alles vergessen. Hauptsache, genug Geld und berühmt sein wäre auch nicht schlecht ..." "derjenige, der seinen Trieb verleugnet, verleugnet genau dasjenige, das ihn zum Menschen macht." "nimm nie einen Menschen, wenn du eine Maschine dafür nehmen kannst" "deine Schwäche ist nicht die Technik" "dein Körper kann ohne Geist nicht leben" "du glaubst doch nicht an das Geschwafel vom Schicksal, wenn du ehrlich bist - du hast dein Leben selbst unter Kontrolle" "genau wie ich wirst du irgendwann einsehen, dass es ein Unterschied ist, ob man den Weg nur kennt oder ob man ihn beschreitet (DVD 14730) "Sie ist ein Wegweiser, sie hilft dir, deinen Weg zu finden" "glaubst du an das Schicksal, Neo?" "das Schicksal treibt mit uns einen Scherz" der Satz "versuch dich zu entspannen" kommt sogar zweimal im Film vor, außerdem der Ratschlag, sich auszuruhen, BEVOR man aktiv werden muss: "du hast einiges vor dir, ruh dich aus". Rührend auch die ST-Fantasie, man könne etwas Praktisches (hier Kung-Fu) lernen, indem man sich passiv auf einem Stuhl liegend das Programm ins Hirn einspielen lässt. Die Texter verraten ihren Typ auch dadurch, dass fast immer sehr langsam gesprochen wird, Bilder häufig in Zeitlupe ablaufen, Schreibtische und Einrichtungen etwas chaotisch aussehen und sie bis ganz zum Schluss warten, bis Neo einmal "Nein" sagt (DVD 20000) - passenderweise auch noch an einer sehr entscheidenden Stelle, als die Hauptfigur entdeckt, dass ihr Geist doch die Gewalt über die Matrix hat - im Gegensatz zu der alptraumhaften Szene, bei der Neo aus der Energiefabrik der Maschinen befreit wird und gleichsam durch einen Geburtskanal in die "wirkliche Wirklichkeit" stürzt und dabei merkt, dass er einen sehr verletzlichen und untrainierten Körper hat. "Ich weiß, dass ihr Angst habt vor Veränderungen." Bei soviel sachtypischem wünscht man sich etwas Abwechslung und findet sie - selten genug - in der beziehungstypischen Art des Mannes am Zentralcomputer oder in der handlungstypischen Erläuterung des Agenten Smith (Hugo Weaving) darüber, wie schlecht die Welt sei und dass sie stinkt.
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