Janosch

Wörterbuch der Lebenskunst

Rezensent: Werner Winkler

 

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Copyright für alle Seiten: Werner Winkler, 2005-2009

Autor: Janosch

Titel: Wörterbuch der Lebenskunst

Erscheinungsjahr: 1995

Vermuteter Persönlichkeitstyp des Autors: Sachtyp

Rezensent: Werner Winkler

Inhalt-Kurzbeschreibung: Nachdem Janosch den meisten eher als Zeichner von Kinderbüchern oder Comicserien bekannt ist, zeigt er hier (wie auch in seinen lesenswerten Romanen) seine Sprachgewandtheit, ohne jedoch seine philosofischen Qualitäten zu vergessen. Von A wie "Aber ja - aber nein" bis Z wie Zukunft lässt er uns in wenigen Zeilen seine Sicht des Lebens zuteil werden - und das mit dem schon bekannten tiefsinnigen Humor und einem verschmitzten Heben der linken Augenbraue.

Leseprobe:
"Bratkartoffeln
Sie sind nicht die schlechteste Speise. Sie sind, wenn man sie nicht im Grand Hotel bestellt, sondern sie selbst bereitet, sehr wohl zu genießen und nicht überteuert. Dieselben gut zubereiten zu können, ist eine Voraussetzung für die Kunst des Lebens. (Siehe auch unter Unabhängigkeit)

Unabhängigkeit
Die totale Unabhängigkeit ist freilich nicht erreichbar, denn vom Sauerstoff und einer gewissen Temperatur etwa ist man immer abhängig. (Manche Meister brauchen auch das nicht mehr.) Aber die weitgehende ist erreichbar. Sie und die Freiheit sind die höchsten Stufen in der Kunst zu leben. Doch im Notfall kann man auch von Kartoffeln leben. (Siehe auch Bratkartoffeln sowie Abhängigkeit.)

Unkraut
Käme Unkraut nicht so häufig vor, würden es sich die Leute wie eine Orchidee ins Knopfloch stecken und zum Geburtstag schenken. Der Weise weiß dies."

Psychographischer Kommentar:

Als Sachtyp zeigt sich Janosch hier wie selbstverständlich, einmal durch die Auswahl der Stichwörter, als auch durch deren Interpretation. Zum Beispiel schreibt er unter "Arbeit: Ist nicht nur scheinbar eine Voraussetzung zum Überleben, sofern man keinen anderen Weg findet. Sie gehört zu den größeren Gemeinheiten der Schöpfung, die dem Menschen mit auf den Weg gegeben wurden. ...". Zum Stichwort "Geburt" schreibt er: "Ist für den zu Gebärenden das totale Risiko ..." oder zu "IQ (Intelligenzquotient): Sollte gemessen werden an der Kasse im Supermakrt. Wann und wie umständlich die Kunden ihr Geld suchen und wie lange sie fürs Bezahlen brauchen." Über "Literatur" schreibt er u.a. "Langes Gerede stiehlt die Zeit ds Lesers." und über "Liebe: Wenn die Zeit der Brunft ist, ist es fast egal, wer auf wen trifft." - jedoch gibt es noch ein zweites Stichwort danach, das heißt: "Liebe (ewige)" ...

Buchdaten: Janosch, Wörterbuch der Lebenskunst-Griffe, Goldmann, erhältlich bei Amazon oder im örtlichen Buchhandel.