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Psychographium - Filme In Sachen Henry Kulturarchiv der Psychographen
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Copyright für alle Seiten: Werner Winkler, 2005-2009 |
In Sachen Henry (Originaltitel: Regarding Henry) Erscheinungsjahr: 1991 Regie: Mike Nichols (Die Reifeprüfung", Wer hat Angst vor Virginia Woolf") Drehbuch: Jeffrey Abrams (Forever young") Darsteller: Annette Benning, Harrison Ford Sonstiges: Harrison Fords schauspielerische Leistungen in der Rolle des Reha-Patienten sind außergewöhnlich gut. Man hat den Eindruck, als würde er tatsächlich in diesen Szenen erst laufen bzw. sprechen lernen. Inhalt
Kurzbeschreibung: Psychographischer
Kommentar (HT = Handlungstyp, ST = Sachtyp, BT =
Beziehungstyp): 2:37 Zu Beginn des Films lernen wir Henry Turner als erfolgshungrigen Anwalt kennen, der sich zwar durchaus auch einfühlsam verhalten kann - allerdings nur, wenn es ihm hilft einen Fall vor Gericht zu gewinnen. So wendet er sich z. B. mit folgenden Worten an die Geschworenen: Es ist schmerzlich und ich tute es nur ungern, aber es gehört zu meinen Pflichten es noch mal zur Sprache zu bringen. Mr. Mathews (der Kläger) ist Alkoholiker. Im Juli 1979 hat er versucht sich umzubringen." 4:28 Ein schönes Beispiel, wie dem HT locker ein Kraftausdruck über die Lippen kommt und er ohne Vorwarnung ein Telefongespräch schlagartig beendet, als Henry seinen neuen Esszimmertisch reklamiert. 5:44 Im Büro muss seine Sekretärin hinter ihm herrennen um seine Anweisungen entgegen zu nehmen. Dabei ist er ihr immer einen Schritt voraus". Zwischenfragen werden nicht geduldet und Henry spricht vorrangig davon, was nicht klappt bzw. abgesagt werden soll: ... keine Zeit....sagen sie das Mittagessen ab.....verschieben sie das Abendessen.....sagen sie meiner Frau, ich schaff' das....Abendessen nicht...sie soll diese Dingsda anrufen und auf halb Neun verschieben". In dieser Szene wird sehr schön deutlich, wie unwichtig ihm ein Beziehungsaspekt ist. Er gibt nicht selbst seiner Frau Bescheid, dass darf die Sekretärin machen. Er kennt nicht mal den Namen der Frau wo er abends zum Essen eingeladen ist. 6:53 Deutlicher wird dies noch, als er einem Geschäftspartner einen Tipp gibt, was man am besten mit der Verwandtschaft macht die zu Besuch kommt: George, sie sollten ein Boot chartern... letztes Jahr...hatten wir auch ein Boot. Man fährt mit ihnen raus, füttert sie ab, zeigt ihnen die Freiheitsstatue und alle sind glücklich. Niemand redet. Sie vergessen die ganze dämliche Konversation." Und prompt weiß er am Schluss wieder mal nicht den Vornamen der Frau die er zu seiner Party einladen will... 8:05 Offensichtlich ist die Frau, die ihnen den Esszimmertisch verkauft hat eine Bekannte, doch das ist Henry so ziemlich egal: Ich will nicht, dass Du mit Tracey lange rumhandelst - wenn sie morgen diesen Tisch nicht austauscht, ist sie für uns gestorben!". Man beachte auch generell wie die Wohnung eingerichtet ist. Alles sieht hochwertig und teuer aus 6:15 Markant auch, wie er seiner Tochter das hohe Gut der Verantwortung nahe bringt und Gerechtigkeit" demonstriert. 8:40 Als er sich auf Drängen seiner Frau für sein rüdes Vorgehen bei seiner Tochter entschuldigen soll erzählt er dem Mädchen lediglich, dass er sich über sie geärgert hatte. Dann demonstriert er noch schnell, dass er nicht mal den Namen ihres Stofftiers kennt und wechselt dann hurtig zum Thema Arbeit". Die Tochter (vermutlich ST) nimmt es still hin. 10:10 Besonders nett auch seine Meinung zur Tochter eines Bekannten. 22:13 Nachdem Henry aus dem Koma erwacht und gesundheitlich wieder auf dem Damm ist, wird er in eine Rehaklinik verlegt. Er kann nicht sprechen, nicht laufen und erinnert sich an nichts. Hier lernt er den Physiotherapeut Bradley (vermutlich BT-Macher) kennen, dem es gelingt zu Henry eine Beziehung aufzubauen. Henry ist schlicht überrascht wie spielerisch Bradley auf ihn zukommt, was ihm eine erste Gefühlsreaktion im Gesicht abringt. Bradley erzählt ständig irgendwas - über seine Kolleginnen, über die Patienten, was er mit Henry therapeutisch macht etc. - doch Henry antwortet keinen Ton. 26:45 Bradley gibt jedoch nicht auf und prompt gelingt es ihm mit einer List, dass Henry anfängt zu sprechen. 33:37 Offensichtlich scheint Bradley Henry die Beziehungsarbeit vorzuleben". Eine winzige Szene zeigt, dass Henry auch zu anderen Patienten Kontakte aufbaut. 41:32 Als Henry wieder nach Hause kommt, erfährt der Portier (den Turner bisher nicht gegrüßt hat) gleich als erstes, dass Henry jetzt irgendwie mehr wert auf Beziehung" legt... 43:57 Mit vielen Dingen scheint er jetzt spielerischer umzugehen. Das gilt auch verschütteten Saft, wegen dem er sich ja so über seine Tochter geärgert hatte. 45:42 Henry erfährt, was er früher so gemacht hat, wenn er zu Hause war: Arbeiten! 52:03 Auch mit seiner Tochter findet er einen ganz anderen Umgang. Er nimmt von sich aus die Beziehungspflege in Angriff" und setzt sich dabei über Regeln hinweg, wie z. B. das man in einer Bibliothek keinen Unsinn machen sollte... 1.01:42 Auch mit seine Sekretärin nimmt er jetzt anders wahr. 1:03:08 Eine schöne Szene, wie Sarah als BT ihren HT-Mann ins Ja" zieht. Nach drei Nein" ein Ja". 1:05:12 Trotz aller psychographischer Ressourcen die Henry entdeckt, bleibt er doch ein HT. Als er sich in seine alten Fälle einliest, entdeckt er, dass seine Kanzlei Beweismittel unterschlagen hat. Er spricht dies bei seinen Kollegen an: Was wir getan haben war unrecht!". 1:06:45 In dieser Szene wird deutlich, dass ihm die Beziehung zu seiner Tochter irgendwie wichtig wird. Seine Tochter soll auf ein Internat. Im Gegensatz zu früher möchte er das eigentlich nicht mehr. 1:09:51 Als Rachel ins Internat gebracht wird, gelingt es ihm seine Tochter zu trösten, die Angst vor der neuen Schule hat. Er erzählt ihr, wie es ihm an seinem ersten Schultag ging. Dabei hat er sich die Geschichte nur ausgedacht, denn tatsächlich kann er sich ja gar nicht erinnern. Ein schönes Beispiel, dass dem HT eine Lüge vielleicht etwas leichter über die Lippen kommt. 1:17:03 Dem HT sagt man nach, dass er sein Privatleben ungern öffentlich macht. Auch auf Henry traf das früher zu. Er hatte was gegen Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit. Doch auch hier geht er in seine Ressource und zelebriert" quasi den Kuss mit seiner Frau auf einer Parkbank stehend. 1:19:41 Selbst Kellner sind vor Henry nicht mehr sicher. Er interessiert sich für alle möglichen Menschen... 1:22:38 Umso enttäuschter ist er, als er mitbekommt wie man hinter seinem Rücken über ihn herzieht. Das stürzt ihn in eine Krise. Er möchte nicht mehr zur Arbeit und bleibt im Bett. Seine Frau weiß jedoch was zu tun ist. Sie lädt Bradley ein. Henry erzählt ihm, dass ihm altes Leben nicht gefällt. Er scheint zu ahnen, dass es mehr gibt. Bradley erzählt ihm daraufhin eine Geschichte aus seinem Leben und erklärt ihm, dass es an ihm selbst ist herauszufinden wer er ist und was er tun will. 1:34:01 Prompt findet er heraus, dass seine Frau ein Verhältnis mit einem anderen hatte und verlässt enttäuscht das Haus. Kaum 5 h später findet er heraus, dass er selbst auch ein Verhältnis hatte... Ihm wird klar, was ihm wirklich wichtig ist und was ihm wirklich gut tut: Beziehungen und Menschen! Er besucht die Kläger seines letzten Falles und gibt ihnen die Aussage, welche beweist, dass sie im Recht sind. Hier zeigt sich das starke HT-Unrechtsbewusstsein gepaart mit der Beziehungspflege. Als er den Leuten das Beweisstück gibt entschuldigt er sich gleichzeitig bei ihnen. 1:37:07 Er kündigt seinen Job als Anwalt (verabschiedet sich dabei von seiner Sekretärin mit eine Küsschen!) und geht nach Hause. Seine Frau weint vor Freude als er wieder nach Hause kommt und erklärt, was ihm wirklich wichtig ist. HT-Typisch definiert er dies natürlich darüber was er nicht will: Ich mag meine Sache nicht. ... Ich fühle mich einfach nicht mehr wohl darin. ... Ich bin noch nicht fertig. .. Ich mag keine Eier und ich mag keine Steaks.... ich hasse es Anwalt zu sein." Am Schluss kann er jedoch auch klar sagen, was er möchte: Ich will, dass wir eine Familie sind. Das wir zusammenhalten - so lange wie nur irgend möglich. Dazu nehmen sie zum Schluss auch ihre Tochter aus dem Internat. Er erklärt dies der Lehrerin mit den Worten: Ich hab' ihre ersten elf Jahre verpasst und ich möchte, dass es nicht noch mehr werden". Deutlich hier zu sehen die Harmoniebedürftigkeit des HT, für die er jetzt aber auch aktiv etwa tut.
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