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Psychographium - Erste Erinnerungen

Kulturarchiv der Psychographen

 


Redaktion: Marion Thaiss 

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Copyright für alle Seiten bei den Autoren bzw. Marion Thaiss und Werner Winkler, 2007-2009

Zu jedem Grundtyp und Untertyp werden Erzählungen über "Erste Erinnerungen" aufgeführt, die von den Betreffenden selbst verfasst wurden.

- Kommentare und Vorschläge (bei Kenntnis des Typs auch eigene Geschichten) erwünscht -

 

Beziehungstypen erzählen ihre erste Erinnerung:

"Ich erinnere mich daran, dass ich mit etwas drei Jahren meine Mutter angelogen habe. Als sie das herausfand war sie sehr wütend, traurig und enttäuscht. Ich bekam dafür einen ordentlichen Klaps auf den Po."

"Es war mein erster Tag im Kindergarten. Ich fühlte mich dort überhaupt nicht wohl und wollte viel lieber wieder zu meiner Mutter nach Hause. Als die anderen im Stuhlkreis saßen, setzte ich mich schmollend auf einen Stuhl nahe der Gruppenraumtüre. Mit dem Kopf nach unten, die Türe aber genau im Blick, wartete ich auf einen unbeobachteten Augenblick in welchem ich schnell flüchten konnte…"

"Ich erinnere mich an eine Zugfahrt bei Nacht, die Lichter und die Geräusche des Zugs. Wir fuhren in die "Ostzone" zu meinen Großeltern - ohne meine beiden Brüder. Noch auf der Hinfahrt bekam ich heftiges Fieber, so dass ein Arzt gerufen werden musste. Er verstand mich bzw. mein Heimweh - denn als man mir auf sein Anraten ein Foto meiner Brüder zeigte, ging das Fieber zurück und die Fahrt konnte weitergehen ..."

"Ich war 1 Jahr und 7 Monate alt. Mein 2.ältester Bruder und ich im Kinderwagen, begleiten meine Mutter zu Fuß zum Bahnhof. Mama war mit meiner Schwester hochschwanger und sollte in ein Krankenhaus. Dies habe ich damals nicht gewusst, registriert, verstanden. Ich sehe meine Mama in den Zug einsteigen und Panik breitet sich in mir aus. Ich wollte mit. Mein Bruder hielt mich zurück und redete auf mich ein, wie ich könne da nicht mitfahren, sie komme ja bald wieder etc. Grosse Trauer, Verzweiflung und Panik bei mir da 1. Trennung von meiner geliebten Mama."

"Mein erste Erinnerung ist an die liebste Frau in meinem Leben, meine Urgroßmutter, die mit mir geschimpft hat (was bei ihr nicht schlimm war), weil sie mir spät abends Griesbrei gekocht hat Und ich wollte den Brei nach dem ersten Bissen nicht mehr (obwohl alle gesagt haben sie soll es nicht tun; daran erinnere ich mich nicht mehr, das hat man mir später erzählt.) Sie hat ihn dann unter stetigem Murren selbst gegessen. Und an dieses Bild erinnere ich mich gut. Ich war zwischen zwei und drei Jahre."

"Meine Oma hatte schöne, lange, graue Haare. Ich erinnere mich daran, dass ich sie ihr als kleines Mädchen immer gekämmt habe."

"Ich war vielleicht zwei Jahre alt. Da meine Schwester noch ein Säugling war schlief sie in einer Wiege bei meinen Eltern im Schlafzimmer, während ich ganz alleine im Kinderzimmer schlafen sollte. Ich erinnere mich genau an den dunklen, langen Flur, welchen ich jede Nacht weinend entlang lief um bei meiner Mutter ins Bett zu kriechen."

 

 

Sachtypen erzählen ihre erste Erinnerung:

"Als ich 4 Jahre alt war feierte mein älterer Bruder seinen Geburtstag. Ich erinnere mich, dass ich sehr neidisch auf seine Geschenke war."

"Ich wurde jeden Morgen mit einem Schulbus abgeholt und ich hatte immer große Angst vor den älteren Jungs, die gern und oft alle ärgerten."

"Ca. 2 1/2 Jahre (oder sogar erst 2 Jahren) war ich alt und ich bin mit meinem Uropa von seinem "Panzer-Trabbi" (Das Auto wurde stets in Eigenregie "verstärkt", da es hier und da immer wieder schwächelte) in der Garage hinterm Haus, am Haus entlang rein gegangen sind. Ich bin an seiner rechten Seite gelaufen, an der er auch einen Stock hatte."

"Ich sehe mich als ca. 3-jährige in einem gelben Kleid, was ich gehasst habe auf dem Bahnhof in Leipzig und das Kleid war ganz schwarz, weil ich unter den stehenden Zug geklettert bin! oder auf der Küchenbank sitzend, während mir meine Mutter unter Tränen Locken ins Haar dreht, was ich auch nicht mochte...."

"Da war ich wohl zwischen 3 und 4 Jahre alt. Ich bin spät abends aus meinem Bett gekrochen und wollte zu meiner Mutter. Aber sie war nicht da. Sie hatte mich einfach alleine gelassen und ich wusste nicht, wo sie war."

"Ich erinnere mich an eine große Küche in der die Großmutter von Verwandten saß. Sie hatte große, lange Schürzen um und ein Tuch auf dem Kopf."

"Es war Sommer und meine Eltern hatten mir ein Eis gekauft. Da ich mich so darüber freute, hüpfte ich herum. Ich erinnere mich noch genau, dass ich plötzlich mit dem Eis in der Hand stolperte. Da ich mein Eis retten wollte hielt ich es mit beiden Armen hoch und prallte so auf beiden Unterarmen auf, weshalb ich lange Schürwunden bekam. Aber das Eis war gerettet und ich konnte es noch essen!"

"Früher konnte man Milch noch nicht im Laden kaufen sondern holte sie mit einer Milchkanne beim Bauern. Ich wurde auch immer Milch holen geschickt und, wie alle anderen Kinder, schleuderte ich auch die volle Kanne in der Hand im Kreis herum. Eines Tages rutschte mir die volle Kanne plötzlich aus der Hand und die ganze Milch floss aus. Das war damals sehr schlimm, weil das Geld knapp war!"

 

 

Handlungstypen erzählen ihre erste Erinnerung:

"Ich erinnere mich daran, dass ich bei meiner Oma Blumen gegossen habe".

"Ich erinnere mich an ein Ostern als ich im Garten meiner Eltern Ostereier gesucht habe".

"Wir hatten zwei Hunde und ich durfte ihnen vom Essenstisch einige Stückchen Wurst zu Fressen geben".

"Als ich erst einige Tage im Kindergarten war saß ich mit zwei anderen Jungs unter einem Tisch. Dort haben wir uns die Hände gegeben und uns gegenseitig versprochen, dass wir jetzt Freunde sind!"

"Ich wollte eine Orange essen, meine Mutter hatte aber gerade keine Zeit um sie mir zu schälen und alleine durfte ich das noch nicht. Da ich mir das aber in den Kopf gesetzt hatte und außerdem der Überzeugung war, dass ich das sehr wohl alleine konnte, holte ich mir heimlich die Orange und ein scharfes Messer. Um von meiner Mutter nicht gesehen zu werden versteckte ich mich in unserem unbenutzten Kamin. Dort fing ich an die Orange zu schälen. Plötzlich schnitt ich mir in den Finger und schrie fürchterlich. Da ich versteckt war musste mich meine Mutter erst mal eine Weile suchen."

"Ich musste als kleines Mädchen immer auf meine jüngere Schwester aufpassen, welche noch ein Baby war. Ich erinnere mich an eine Situation, als ich mit ihr einige Stufen hochklettern wollte und sie mir dabei aus den Armen glitt und herunterfiel. Schnell legte ich sie zuhause in ihr Bett und versteckte mich vor meinen Eltern. Ich hatte eine schreckliche Angst vor meinem Vater. Dass ausgerechnet mir das passiert war!"

"Als kleines Mädchen war ich meist bei meiner Großmutter, welche auf mich acht gab. Da sie blind war musste ich ihr bei vielen Sachen helfen. Ich erinnere ich daran, dass mein Vater sie sehr unfreundlichen behandelte und beschimpfte. Von diesem Moment an hasste ich ihn, weil ich das meiner Oma gegenüber sehr ungerecht fand."

 

 

Nachrichten an die Redakteurin Marion Thaiss.