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Dogma

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Rezensentin: Petra Vogel 

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Copyright für alle Seiten: Werner Winkler, 2005-2009

Titel: Dogma

Erscheinungsjahr: 1999

Regie und Buch: Kevin Smith

Darsteller: Matt Damon, Ben Affleck, Linda Fiorentino, Salma Hayek, Alan Rickman, Jason Lee und Kevin Smith selbst.

 

Inhalt Kurzbeschreibung:

Die Kirche leidet unter heftigem Besucherschwund. Ein Kardinal aus New Jersey kommt daher auf die Idee, eine Werbekampagne zu entwerfen, inkl. neuer Jesus-Statue, verbunden mit einem netten Werbegag: Nach der Neuweihung seiner Kirche will er jedem Katholiken einen Generalablass erteilen, d.h. sobald man die Schwelle der Kirche überschreitet sind alle Sünden vergeben. Das kommt den beiden gefallenen Engeln Loki und Bartleby gerade recht. Nachdem sie vor einigen tausend Jahren wegen ungebührlichen Verhaltens aus dem Himmelreich geworfen wurden, wittern sie nun ihre Chance zur Rückkehr. Das ist allerdings mit einem Problem verbunden: Wenn einst verstoßene Engel ins Paradies zurückkehren, wäre damit die Unfehlbarkeit Gottes widerlegt, was zum sofortigen Ende aller Existenz führen würde. Also schickt der Erzengel Metadron, die etwas widerspenstige Auserwählte Bethany los, die beiden Sündenengel aufzuhalten. Mit freundlicher Unterstützung der beiden Propheten Jay und Silent Bob, der Muse Serendipity, sowie dem 13. Apostel Rufus, der für seine Nichterwähnung im Neuen Testament eine recht gute Erklärung hat.

 

Psychographischer Kommentar:

Der Film scheint durch und durch ein handlungstypisches Werk zu sein. Er strotzt vor Provokation durch derbe Sprüche, Massakern und absolut schwarzem Humor.

Bereits im Vorspann wird freundlichst darauf hingewiesen, dass dieser Streifen als eine phantastische Komödie anzusehen und unter keinen Umständen ernst zu nehmen sei. Darauf zu bestehen, dass Szenen des Werks lästerlichen Charakter hätten, hieße, die Absichten nicht zu verstehen und ein unzulässiges Urteil zu fällen. Und Urteile zu fällen sei schließlich allein Gottes Vorrecht.

Auch die Auswahl des „himmlischen Rettungs-Trupps" ist eine Herausforderung für den kritischen Betrachter

Da wären:

Die Auserwählte Bethany, die in einer Abtreibungsklinik arbeitet

Zwei Propheten, die abwechselnd kiffen oder Sex wollen

Engel, die über ihre fehlenden Geschlechtsteile und die Unmöglichkeit sich zu betrinken lamentieren

Der 13. Apostel, der schwarz ist und Gott, der eine Frau ist.

 

Gleich zu Beginn des Films, als der Kardinal seine Werbekampagne startet, wird gezeigt, wie übertrieben und fast albern es wirkt, wenn Handlungstypen plötzlich beziehungstypischen Wind in die Kirche bringen möchten.

Es wird eine breit grinsende Jesus-Statue, die eher einer Karikatur ähnelt als Gottes Sohn, enthüllt und gleichzeitig zum „Kumpel Christus" erklärt. Das Ganze wird untermalt mit einer Art Rummelplatz-Musik.

Die gefallenen Engel Loki und Bartleby, vermutl. HT-Macher-Du

Die beiden Engel Loki (Matt Damon) und Bartleby (Ben Affleck) lassen eigentlich auch keinen Zweifel offen darüber, dass sie Handlungstypen sind. In einer der ersten Szenen unterhalten sich die beiden bereits sehr typisch, als Loki, der Todesengel (!) eine Nonne versucht zu bekehren (möglicherweise ein Hinweis auf den Du-Macher). Bartleby ist beeindruckt (DVD 750-805):

„Und da soll noch mal einer sagen, bei deiner Korinthenkackerei würde nicht mal was Gutes rauskommen."

„Du kannst ja wohl keine Korinthen kacken, wenn du kein Ar...loch hast."

„Ausgezeichnete Arbeit."

Darauf folgt ein kräftiger Handschlag und die beiden ziehen weiter.

 

Gegen später erzählt Bartleby, dass er sich einst die Frage gestellt hat, ob Mord in Gottes Auftrag o.k. wäre. Er meint schliesslich, dass er Gott nach einem Saufgelage gekündigt und ihm den Stinkefinger gezeigt hat.

In einer weiteren Szene wird nicht nur der HT beider Engel deutlich, sondern auch der Macher-Untertyp. Beide platzen in eine Vorstandsitzung (DVD 4500-5135):

„Ich muss mich zunächst entschuldigen (was HTs gerne tun, bevor oder nachdem sie jemanden anderen zur Schnecke gemacht haben),..."

Dann folgen Aufzählungen in einem rasanten Tempo:

„Sie und ihr Vorstand sind Götzendiener... Sie sind verantwortlich (handlungstypisch),... ihr habt Gebote gebrochen (ebenfalls handlungstypisch),...Sie hatten Sex mit einem elfjährigen Jungen,..." etc.

Zum Ende der Szene hin:

„Mit Ausnahme von... sitzt hier nicht ein anständiger Mensch (!) an diesem Tisch."

Dann hält er allen eine Moralpredigt vom Feinsten und schießt, ohne mit der Wimper zu zucken, alle über den Haufen. Dies alles wird mit beschwingter Musik untermalt.

Als sie in die Neuweihungsfeier der Kirche einfallen sind sie ähnlich „gut drauf" (DVD 12820-12940). So predigt Bartleby:

„Gott wohnt schon lange nicht mehr hier. Er hatte die Nase voll von eurem oberflächlichen Glauben. Er stellt sich taub gegenüber euren Lippenbekenntnissen. Er hat sich abgewandt von euch, seinen Lieblingen, und wird euch richten. Ihr Scheinheiligen und Scharlatane. Wappnet euch für den Zorn Gottes,..."

„Vielleicht sollten wir wieder gehen", wirft Loki ein.

Doch Bartleby ist unbeirrbar:

„Du wolltest ein Massaker, jetzt kriegst du es. Diese Typen hier müssen gerichtet werden,... Ladies und Gentlemen. Sie sind der verschiedensten Vergehen gegen Gott den Allmächtigen für schuldig befunden worden. Und heute, an diesem Tage, das versichere ich ihnen, werden sie alle für ihre Sünden bezahlen-mit Blut."

Daraufhin richtet er ein unglaubliches Blutbad an und ermordet alle versammelten Menschen. Loki betrinkt sich währenddessen (DVD 13625).

Schon allein die Botschaft, dass die Handlungstyp-Engel zuerst zu Menschen werden sollen, bevor sie erlöst sind, bietet einen etwas makabren Hinweis auf die Ressource Beziehungstyp.

 

Die Auserwählte Bethany und der Erzengel Metadron, vermutlich HTs

Die Auserwählte Linda Fiorentino), Ur-Ur-Ur-Ur.....-Nichte von Jesus, und der Erzengel Metadron (Alan Rickman) schlagen denselben deftigen Ton an, wie Loki und Bartleby. Bei ihrem ersten Zusammentreffen, erscheint Metadron der Auserwählten aus einem Feuerball heraus und überrascht sie im Schlaf (worauf HTs häufig allergisch reagieren). Sie springt sofort aus dem Bett und besprüht ihn mit Lösch-Schaum aus einem Feuerlöscher. Worauf der Metadron wiederum ebenfalls handlungstypisch reagiert (DVD 1422-1516):

„Mein Gott, was für eine Sauerei."

„Wer sind Sie und was zum Teufel tun Sie in meinem Zimmer?"

„Mein Anzug ist ruiniert und die regt sich auf. Na, vielen Dank auch. Ich glaub`s nicht, heilige Scheiße..."

„Und jetzt verschwinden Sie endlich , sonst...."

Sie droht ihm mit einem Baseball-Schläger.

„Sonst was? Werd` ich erschlagen mit... (er verwandelt den Baseball-Schläger in einen...) diesem Fisch? So, und jetzt setz` dich aufs Bett und halte die Klappe. Meine Fresse, jetzt sieh` dir meinen Anzug an."

„Nehmen Sie sich, was Sie wollen. Aber vergewaltigen oder töten Sie mich nicht."

„Ach, hör doch auf. Selbst wenn ich wollte, könnte ich es nicht tun (!). Engel sind anatomisch nicht ausreichend bestückt, siehst du...ich bin anatomisch so beeinträchtigt wie Ken."

Er entblößt mit einem enttäuschten Gesicht seinen Unterleib, beleidigt über die unperfekte Ausstattung seines Körpers, an dem ihm sein Geschlechtsteil fehlt (körperliches Defizit, was in diesem Fall eine Handlungsblockade für den HT darstellt).

„Jetzt mach dich mal nützlich und gib mir das Handtuch."

In einer Schlussszene des Films, in der Gott die tote Bethany wieder zum Leben erwecken soll, äußert sich Metadron erneut extrem handlungstypisch (DVD 15000-15150):

„Eine der Unannehmlichkeiten des Märtyrer-Daseins ist der frühzeitige Tod. Aber das macht nichts. Hier wird sich um alles bestens gekümmert."

„Und wie?"

„Auftragen und polieren."

Während des letzten Satzes imitiert er Gott, die (da sie ja eigentlich eine Frau ist), ihre Hand auf die tödliche Wunde Bethanys legt:

„Sie verfügt über die Technologie. Sie kann dich wieder herstellen. Sie kann dich besser machen, stärker und schneller...eine wahrhaft erleichternde Gottheit - gut gemacht, Kleine."

Bethany ist eine Auserwählte mit einem wenig auserwählten Wortschatz. Sie schimpft, flucht und prügelt sich, trinkt mit dem gefallenen Engel Bartleby und wird dabei äußerst gesprächig. Sie enthüllt private Geschehnisse aus ihrem Beziehungsleben und verplappert sich bei ihm, indem sie den Plan ausplaudert, nachdem sie und ihre Begleiter die gefallenen Engel töten sollen.

 

Die Filmemacher bemühten sich insgesamt dennoch verzweifelt, sie beziehungstypisch wirken zu lassen. Sie stellt häufig etwas naive Fragen, setzt den Unschuldsblick eines kleines Mädchens auf, wirkt hilflos-zeigt sich aber postwendend wieder entschlossen und kämpferisch.

 

Die beiden Propheten Jay und Silent Bob, vermutl. ST-Macher und HT

Die optische Erscheinung des Propheten Jay (Jason Lee), seine Trägheit und sein unersättliches Verlangen nach Sex, könnten auf einen ST schliessen lassen. Und er redet eigentlich ununterbrochen, was ein Hinweis auf den Macher wäre.

Silent Bob (der Regisseur Kevin Smith selbst spielt ihn) zeichnet sich als vermutlichen HT dadurch aus, dass er den ganzen Film über eigentlich gar nicht spricht. Seine wenigen Versuche der Beziehungsaufnahme finden über Blickkontakt statt. Aber er scheut sich nicht, alles für einen Menschen, den er wohl sympathisch findet, zu tun. Ansonsten kifft er eigentlich den ganzen Film über nur und zieht ein griesgrämiges, leicht unbeteiligtes Gesicht.

 

Gott als Frau, hier auch vermutlich HT-Du

Gott in Gestalt einer Frau, gespielt von der Sängerin Alanis Morisette, spricht kein Wort. Sie äußert sich über den Metadron (als möglicherweise Du-Bezogene). Er ist ihr „Sprachrohr". Sie heilt über Körperkontakt, hat wenig Mimik und nach getaner „Arbeit" vergnügt sie sich mit Turnübungen.

 

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