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Barbara Dobrick Aber sprich nur ein Wort
Rezensent:
Werner Winkler
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Copyright für alle Seiten: Werner Winkler, 2005-2009 |
Autorin: Barbara Dobrick Titel: Aber sprich nur ein Wort Erscheinungsjahr: 2006 Vermuteter Persönlichkeitstyp der Autorin: Sachtyp, Fühler, vergangenheitsorientiert Rezensent: Werner Winkler Inhalt-Kurzbeschreibung: Die Autorin wurde durch ihren Bestseller "Wenn die alten Eltern sterben" in den letzten Jahren einem größeren Publikum bekannt. Hier erzählt sie nun - mit wohl deutlichen autobiographischen Zügen, zu denen sie sich aber nicht eindeutig äußert - von einer "katholischen Kindheit" im Hamburg des Nachkriegsdeutschlands. Dabei entsteht ein Panoptikum von großem Reiz, das im Wechselspiel von innerer Reflektion des älter werdenden Kindes und der immer komplexer werdenden sozialen Geflechte ein nie langweiliges Lesevergnügen eröffnet. Reizvoll auch die hier und da eingestreuten Einwürfe der Autorin über aktuelle Ereignisse während des Schreibvorgangs (z.B. zum langsamen Sterben des letzten Papstes) und die Auswirkungen der Rückerinnerung auf ihr derzeitiges Leben. Leseprobe: "Meine erste Liebe überwand wie alle folgenden die Grenzen der Diaspora. Obwohl meine bewussten Gedanken bestimmt waren davon, dass ich selbstverständlich einen katholischen Mann heiraten wollte, war Rolf Rasenmäher der Erste, bei dem mir hätte klar werden können: Liebe ist subversiv. Sie ist eine Himmelsmacht, die keine anderen Götter neben sich duldet. Sie überwindet Grrezen fast jeder Art. Für Liebende verblassen Ver- und Gebote. Nicht einen Moment habe ich mir Sorgen um Rolf Rasenmähers Seele gemacht. Es interessierte mich nicht, ob er getauft war, welcher Konfession er angehörte. Da, wo Rolf Rasenmäher war, war das Paradies." (S. 69) Psychographischer Kommentar: Zunächst habe ich dieses Buch gelesen, weil ich die Autorin aus einem ihrer Gedichte kannte und mich das Thema der christlich geprägten Kindheit aus eigener Ansschauung ansprach. Beim Lesen konnte ich jedoch bald nicht mehr umhin, die von Barbara Dobrick genauestens beschriebenen Charaktere ihrer Eltern, Geschwister oder Klassenkameraden auch psychographisch einzuordnen. Besonders eindrücklich ist das (wen wundert das) mit ihrer eigenen Person bzw. dem Mädchen, über das sie schreibt, gelungen - gleich gefolgt von ihrem Vater, dessen Beschreibungen wie aus dem Lehrbuch über Handlungstypen abgeschrieben wirken. Je ein Beispiel: "Nicht verantwortlich zu sein, fürs Glück ebenso wenig wie fürs Unglück, vielleicht ist es das, was vielen das Kindsein nachträglichso schön vorkommen lässt und eine Verlockung bleibt ein Leben lang. Ein Kind kann leiden, es kann sich schuldig fühlen, aber es kann noch nicht scheitern." (S. 48) Buchdaten: Aber sprich nur ein Wort, Orlanda, 2006, ISBN 3-936937-37-0 ; erhältlich im Buchhandel.
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