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Corellis Mandoline

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Rezensentin: Petra Vogel 

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Copyright für alle Seiten: Werner Winkler, 2005-2009

Titel: Corellis Mandoline

Erscheinungsjahr: 2001

Regie: John Madden („Shakespeare in love")

Roman: Louis de Bernieres

Darsteller: Nicolas Cage, Penelope Cruz, John Hurt, Christian Bale

Inhalt/ Kurzbeschreibung:
Italien besetzt die idyllische Mittelmeerküste Griechenlands und sendet Truppen auf die ehemals beschauliche Insel Cephallonia. Kapitän Antonio Corelli (Nicolas Cage), ein Offizier mit einer Leidenschaft für die Mandoline, nimmt zunächst eine Reihe von Dorfbewohnern, darunter die Arzttochter Pelagia (Penelope Cruz), gegen sich ein. Pelagia ist eine gebildete, entschlossene junge Frau, und nachdem sie sich anfangs durch das Verhalten des italienischen Soldaten vor den Kopf gestoßen fühlt, erwärmt sie sich langsam für seinen außergewöhnlichen Charme, als die beiden notgedrungen im Hause ihres Vaters unter einem Dach leben. Als Pelagias Verlobter in den Krieg zieht, wächst die Freundschaft zwischen Antonio und Pelagia. Ihre Schönheit und Intelligenz haben sein Herz gewonnen, und seine Sympathien für die lebensfrohe Dorfgemeinschaft sorgen dafür, dass der Offizier die Gründe für diesen Krieg zunehmend in Frage stellt. Antonio wird Teil des Dorflebens, aber der glückliche Augenblick ist von kurzer Dauer. Als der Krieg immer näher rückt, stehen Antonio und Pelagia vor der Wahl zwischen der Treue zu ihrem Land und der Liebe, die sie zueinander empfinden.

Psychographischer Kommentar:
Die beiden Hauptdarsteller Nicolas Cage und Penelope Cruz könnten folgende Persönlichkeitstypen sein:

Nicolas Cage: Handlungstyp-Fühler-wir-Vergangenheit

Penelope Cruz: Beziehungstyp-Macher-du-Gegenwart

Der Vater von Pelagia (Penelope Cruz),

John Hurt: Beziehungstyp-Denker-du-Gegenwart

Folgende Hinweise schienen mir während des Films darauf hinzudeuten:

Pelagias Vater spricht im gesamten Film relativ wenig. Seine Stirn ist sehr in Falten gelegt. Am Anfang des Films erzählt er allerdings in einem Monolog, was ihm auf dem Herzen liegt:

03:22

„Als Pelagia ein Kind war, hatte ich ihr versprochen, die Geschichte von Cephallonia aufzuschreiben, aber bis jetzt habe ich nicht die Zeit dazu gefunden(der Denker, der nicht ins Machen kam? Der Beziehungstyp, der wenig Zeit hat?).Ich wollte ihr (Du-Bezug) erklären (Denker), warum ein so friedliches Land von Erdbeben und Kriegen erschüttert wird und warum die Götter uns in den Wahnsinn treiben. Sie sollte verstehen (Du-Bezug und Denker), warum sie uns von Zeit zu Zeit segnen und wieder wütend auf uns werden. Und uns schütteln und unser Leben mit Schmerz erfüllen. Sie sollte die Lektion lernen (Denker), die die Natur uns lehrt, dass wir nicht fragen sollen, warum wir verwundet werden, sondern wie wir die Wunden heilen können."

Mandras, Pelagias Verlobter zieht in den Krieg. Sie schickt ihm Briefe, auf die sie allerdings keine Antwort erhält.

16:10

„Mir ist, als würde ich aus Sorge und Angst verrückt. Ich gebe mir Mühe nicht die Hoffnung zu verlieren, aber ich sehne mich nach einem Gefühl, auch wenn dieses Gefühl Schmerz wäre (der Wunsch einer Macherin, da ein Gefühl ihr helfen würde= Ressource?)."

Im letzten Brief an ihn schreibt sie:

17:18

„Diesen Brief habe ich ein Dutzend Mal geschrieben (beziehungstypische Übertreibung? Der Macher, der viel schreibt?) und ein Dutzend Mal habe ich ihn wieder weggeworfen. Ich weiss nicht, wie ich meine Gefühle ausdrücken soll (der Macher, der unsicher im Ressourcenbereich Fühlen ist?). Mir ist als würde ich hundert Jahre auf eine Nachricht von dir (Du-Bezug) warten (beziehungstypische Übertreibung), als wartete ich seit hundert Jahren auf deine (Du-Bezug) Rückkehr."

Die Italiener marschieren ins Dorf ein. Antonio entdeckt Pelagia, macht seine Kameraden auf sie aufmerksam und grüßt sie dann höflich, wie es sich (für einen Handlungstypen) gehört (erster Hinweis auf den Wir-Bezug: Er teilt das, was er sieht, mit seinen Kameraden):

19:59

„Bella Bambina auf zwei Uhr, Augen rechts."

Dann salutiert er in ihre Richtung.

Als sich ein neues Truppenmitglied bei Kapitän Antonio Corelli vorstellt, fragt er den Neuling:

24:15

Carlo, können Sie singen? Lassen Sie mal hören."

Der Neuling singt aber nicht, und so fängt Antonio an, ein Lied zu schmettern. Carlo schaut nur verständnislos. Daraufhin meint Antonio:

„Na, macht nichts.

Jeder hier in unserer Batterie ist Mitglied des Opernclubs (Wir-Bezug), klar?

Und das sind die Dienstregeln, mein Freund.

(Er zählt handlungstypisch auf)

Erstens: Alle, die zum regelmäßigen (!), musikalischen Arbeitsdienst berufen werden, sind verpflichtet (handlungstypisch: Regeln und Pflichterfüllung),ein Musikinstrument zu spielen. Löffel oder Stahlhelm, Kamm und Papier, etc.,etc.,etc.,...

Zweitens: Jeder, der sagt, Donzetti ist besser als Verdi wird zur Strafe singen „...", oder ein anderes Volkslied.

Drittens: Ähm, ja, drittens..."

Er bricht ab.

Antonios Liebe zur Musik könnte ebenfalls ein Hinweis auf den Fühler sein.

Corelli bezieht Quartier im Haus des Vaters von Pelagia und er stellt sich ihr vor:

28:44

Bella Bambina, verzeihen Sie, verzeihen Sie bitte (Handlungstypen entschuldigen sich häufig für das, was sie erst noch sagen möchten oder für das, was sie bereits gesagt haben), ich wollte Ihnen auf keinen Fall zu nahe treten.

Ich bin Antonio Capitano Corelli."

Dann stellt er seinen Begleiter vor:

„Und dieser Mann ist einer unserer (Wir-Bezug) Helden. Er hat hundert Medaillen, weil er Leben gerettet hat und keine dafür, dass er eins ausgelöscht hätte."

Auszeichnungen scheinen Handlungstypen besonders wichtig zu sein. Der Beweis für Erfolg und Leistung.

Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg gesteht Mandras, dass er auf Pelagias Briefe nicht geantwortet hat, weil er Legastheniker sei. Daraufhin liest sie ihm ihre Briefe vor, die er alle aufbewahrt hatte. In einem schreibt sie:

32:31

„Ich habe angefangen, eine Weste für dich (Du-Bezug) zu machen (!). Mit Blumen und Adler aus Goldfäden gestickt. Aber irgendwie krieg ich sie nicht richtig hin (eine zu filigrane Arbeit für eine Macherin?). Die eine Blume ist viel größer als die andere. Der eine Adler sitzt an einer anderen Stelle, es stimmt nicht (der Macher, der erst mal macht und erst dann genau hinsieht). Wenn ich versuche, sie aneinander anzugleichen wird es noch schlimmer. Ich mach (!) es einfach nicht richtig."

Eines Nachts kommt Corelli singend im Auto angefahren. Mit einer Blume in der Hand wirft er sich vor Pelagia auf die Knie (Der Handlungstyp, der unter Alkoholeinfluss locker und gelöst wird):

34:34

„Senorina, Senorina..."

„Sie sind betrunken."

„Ja, ja, ich gebe es zu. Wir haben getrunken, gesungen und uns richtig daneben benommen (Wir-Bezug, gepaart mit handlungstypischem, rüpelhaften Verhaltens)

„Ich dachte, Sie wären Soldat."

Er springt auf, salutiert und ruft:

„Capitano Antonio Corelli, 33 Artillerieregiment, meldet sich zum Dienst."

„Ist denn eigentlich alles nur ein Spaß für Sie?"

Antonio wird wieder ernst:

„Nein, nicht alles."

Ein deutscher Hauptmann stellt sich Corelli und seiner Truppe vor, die am Strand ausgelassen feiert und singt. Gunther sagt zu Corelli:

41:30

„Ihr Fest macht einen besseren Eindruck als Ihre Kapitulationsverhandlungen."

Corellis Antwort:

„Tja, weil wir (!) Italiener sind, berühmt für Gesang (der Fühler), gutes Essen (der Fühler), berühmt als Liebhaber (handlungstypische Aufzählung)."

Zu einem späteren Zeitpunkt entdeckt Pelagia Antonio ebenfalls am Strand, wo er mit seinen Kameraden und Frauen feiert und singt. Antonio kommt daraufhin auch wieder betrunken nach Hause. Pelagia macht ihm Vorwürfe und fragt ihn, was es denn im Krieg zu besingen gäbe.

Er antwortet erneut in Aufzählungen:

46:01

„Was es zu besingen gibt? Es wird gesungen, wenn Kinder (Plural-Wir-Bezug) zur Taufe getragen werden, wenn eine Hochzeit gefeiert wird. Die Männer (Plural-Wir-Bezug) singen bei der Arbeit, Soldaten (Plural-Wir-Bezug) singen, wenn sie in den Krieg marschieren."

Dann erhebt er handlungstypisch seinen Zeigefinger:

„Es wird auch gesungen, wenn jemand gestorben ist.

Ich habe in meinem Leben immer etwas gefunden, wofür es sich zu singen lohnt. Und dafür kann ich mich nicht entschuldigen."

Dann wird er traurig.

Es scheint ihm erst jetzt, als Vergangenheitsorientiertem, klar geworden zu sein, dass er das DU hier übergangen oder übersehen hat:

„Aber dafür, dass ich Ihnen Kummer bereite, dafür kann ich mich nicht oft genug entschuldigen. Bisher konnte ich mir nicht einmal vorstellen, wie sehr ich Sie kränke. Das ist mir erst jetzt klar."

Bei einem Fest tanzt Pelagia voller Leidenschaft (wie es wohl nur eine Macherin könnte) mit einem anderen Mann. Antonio bestaunt sie dabei, sagt aber nichts. Erst ein paar Tage später (als es Vergangenheit geworden ist):

56:41

„Als Sie neulich an dem Abend getanzt haben mit Ihren schönen Bewegungen...wie sie den Kopf gedreht haben... ich würde Ihnen am liebsten ein Leben lang zusehen (der Fühler)."

(Er schwelgt in dieser Erinnerung)

Wieder bei einem Fest spielt Corelli voller Hingabe seine Mandoline, sieht am Ende des Liedes Pelagia tief in die Augen (was er als Wir-Bezogener offensichtlich geniesst, sie allerdings als Macherin aufsteht und wegläuft, da es sie in ihr Fühlen bringt, wovor sie Angst hat, da sie ja bereits mit einem anderen Mann verlobt ist).

Am nächsten Tag gesteht Corelli Pelagia seine Liebe:

1:04:26

„Das, was ich für Sie empfinde (Fühler), kann das Lied niemals ausdrücken."

Dann nimmt er ihren Kopf in die Hand und küsst sie voller Hingabe.

Handlungstypen küssen oft mit ganzem Körpereinsatz.

Als Pelagias Vater durchschaut hat, dass seine Tochter in den Capitano verliebt ist, erklärt er ihr seine Sicht der Liebe (wie es wohl nur ein Beziehungstyp beschreiben kann)

1:07:15

„Verliebt zu sein ist eine Wahnvorstellung, die vorübergeht. Es bricht aus wie ein Vulkan und legt sich dann wieder. Wenn es vorüber ist, musst du eine Entscheidung treffen. Du musst herausfinde, ob eure Wurzeln dermaßen miteinander verschlungen sind, dass allein die Vorstellung einer Trennung unerträglich ist. Denn das bedeutet Liebe in Wirklichkeit. Liebe, das heisst nicht Begeisterung und Atemlosigkeit und ist nicht der Wunsch, sich alle zwei Sekunden zu vereinigen. Es geht nicht nur darum, nachts wach zu liegen und sich vorzustellen, dass er jede Stelle deines Körpers küsst.

Nein, du musst nicht rot werden. Ich sag dir nur, wie es ist.

Das, was ich da schildere ist die Verliebtheit. Es ist etwas, das wir uns alle einzureden vermögen. Liebe ist das, was am Ende noch vorhanden ist, wenn das Feuer der Verliebtheit erloschen ist.

Das klingt nicht sehr aufregend, nicht wahr?

Aber es ist aufregend."

Nach Kriegsende kehrt Corelli alleine in seine Heimat zurück.

Erst einige Zeit später, als die Geschehnisse Vergangenheit wurden, taucht er plötzlich wieder in Cephallonia bei Pelagia auf. Ein Erdbeben hatte kurz zuvor ihr Haus zerstört.

1:53:56

Pelagia: „Unser Haus ist nicht mehr da. Wir bauen aber ein Neues."

Corelli: „ Ihr (Wir-Bezug) habt die Schallplatte bekommen, ja? Es ist eine Gitarre. Das ist etwas anderes...

Ich habe versucht ohne dich zu leben. Ich habe versucht, mir einzureden, ich könnte ohne dich leben..."

Sollten die Psychogramme von Pelagia und Antonio so stimmen, wäre es ein interessantes Aktionsmuster:

Die beiden hätten dann ein 2:0:2 Verhältnis, was die gegenseitige starke Anziehung erklären würde.

Der Handlungstyp, der vom kindlichen Charme der Beziehungstyp-Frau verzaubert ist. Zudem lebt sie ihm auf der Beziehungsebene seine Ressource vor, den Du-Bezug.

Auf der anderen Seite geniesst Pelagia offensichtlich, dass und wie Antonio sie in ihre Fühler-Ressource bewegt. Sie erlebt, dass die Dinge manchmal ihre Zeit brauchen. Dies kann der manchmal etwas ungeduldige Gegenwartsorientierte sehr gut von einem Vergangenheitsorientierten lernen. Zudem war deutlich, dass der Handlungstyp zunächst eine Freundschaft aufbaut, bevor er in Beziehung geht, wo der Beziehungstyp normalerweise schon startet.

 

 

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Wenn Sie einen Kommentar oder eine Ergänzung haben, schreiben Sie an die Redakteurin Petra Vogel.