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Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück

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 „Also traf ich eine wichtige Entscheidung."


Rezensentin: Petra Vogel 

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Copyright für alle Seiten: Werner Winkler, 2005-2009

Titel: Bridget Jones- Schokolade zum Frühstück

Erscheinungsjahr: 2001

Autor: nach einer Romanvorlage von Helen Fielding, die auch am Drehbuch mitarbeitete

Regie: Sharon Maguire

Produktion: Tim Bevan, Eric Fellner, Jonathan Cavendish („Vier Hochzeiten und ein Todesfall" und „Notting Hill")

Darsteller: Renée Zellwegger, Hugh Grant, Colin Firth

Inhalt Kurzbeschreibung:

Zu Beginn des neuen Jahres beschließt die 32-jährige Bridget Jones, dass es höchste Zeit ist, ihr Leben in den Griff zu bekommen-und fängt an, ein Tagebuch zu führen.

Auf einmal ist die provokanteste, amüsanteste, erotischste Lektüre auf ihrem Nachttisch das Buch, das sie selbst schreibt. Dank ihrer Abenteuerlust und eigenwilligen Ansichten zu so gut wie jedem Thema-sei es Männer, Essen oder Sex - wendet sich das Blatt, und ein ganz neues Kapitel in ihrem Leben beginnt.

Psychographischer Kommentar:

Hier wird eine sehr typische Dreiecksgeschichte beschrieben. Vermutlich zwischen zwei Sachtypen und einem Handlungstyp in der Rolle. Die Hauptdarstellerin (vermutlich Sachtyp) kann sich nicht entscheiden zwischen zwei Männern. Einem Sachtyp, der ihr zunächst auf derselben Ebene begegnet und einem Handlungstyp, an den sie allerdings nur schwer herankommt.

Bridget Jones, vermutlicher Persönlichkeitstyp: Sachtyp-Macher-Du-Gegenwart
Bereits zu Beginn der Komödie wird in einigen Szenen relativ deutlich, dass Bridget Jones wahrscheinlich eine Sachtyp-Frau ist.

Sie soll zum alljährlichen Truthahn-Curry-Büffet ihrer Eltern erscheinen. Die Mutter zeigt sich entrüstet, als Bridget ihr erklärt, in welchem Outfit sie am Abend gedenkt, ‚aufzutreten'.

1:56 „Du bekommst nie einen Mann, wenn Du aussiehst, als würdest Du unter einer Brücke schlafen." (Den Sachtypen sagt man nach, daß sie eher wenig Geschick haben, sich geschmackvoll zu kleiden)

Auf diese Kritik hin, lässt sich Bridget von ihrer Mutter ‚beraten' (Hinweis auf Du-Bezug).

Sehr unsicher und wenig elegant bewegt sie sich in ihrem roten Blumenkostüm, fühlt sich dabei offenbar unbehaglich:

„Na toll, ich habe einen Teppich an."

Nachdem Bridget mit 32 Jahren immer noch Single ist, was ebenfalls auf eine Sachtypin hinweisen könnte, soll sie, ganz nach Tradition, einem möglichen Heiratskandidaten vorgestellt werden. Sie sieht ihn zunächst von hinten:

3:14 „Vielleicht ist das der umwerfende Supermann, auf den ich mein ganzes Leben gewartet hatte." „Vielleicht aber auch nicht", als der ‚Supermann' sich zu ihr umdreht.

(Das sachtypische Wörtchen ‚vielleicht' taucht insgesamt sehr oft im Film auf. Auch dieTatsache, daß sie passiv auf den Partner ihres Lebens wartet, scheint eindeutig).

Nachdem sie nun dem ‚Supermann' Marc Darcy, vermutlich Handlungstyp, vorgestellt wurde, bemüht sie sich sehr, einen lockeren Smalltalk zu führen (worin Sachtypen sich auch eher schwer tun). Dementsprechend geht dieser Versuch auch richtig daneben:

3:49 „Ich war gestern in London auf einer Party. Ich fürchte, ich habe einen Riesenkater. Am liebsten würde ich den Kopf ins Klo halten, so wie das andere Menschen auch machen, hahaha. Ein Vorsatz für`s neue Jahr? Weniger trinken und aufhören zu rauchen, hahaha. Oh, und die guten Vorsätze einhalten, hahaha. Und...ähm, aufhören, Fremden irgendeinen Unsinn zu erzählen. Oder besser noch, ganz aufhören zu hören, Punkt."

(Macher?)

Nachdem der Abend völlig ‚aus dem Ruder' gelaufen, alle guten Vorsätze über Bord geworfen waren, sagt Bridget zu sich:

7:00 „Also traf ich eine wichtige Entscheidung." (sehr sachtypische Ausdrucksweise)

Sie findet sachtypisch für sich heraus, was sie NICHT mehr möchte und zählt dies sehr energisch auf (Handlungstyp-Ressource):

7:32 „...und nicht weiterhin irgendwelche Affären zu haben mit Alkoholikern, Workaholics Beziehungspanikern, Spannern, Größenwahnsinnigen, emotionalen Flachwichsern und Perversen. Und ganz besonders nicht mit einer gewissen Person, die all diese Dinge verkörpert."

Bridget arbeitet in einem Verlag und verliebt sich in den Cheflektor Daniel Cleaver, seines Zeichens Sachtyp, aller Wahrscheinlichkeit nach. Aber sie denkt, daß der smarte Daniel wenig Interesse an ihr hat:

8:20 „ Und durch ziemlich unglückliche Umstände...daß er nicht von mir träumt. Oder vielleicht doch?" (die Umstände sind schuld. Und wieder Zweifel.)

Doch Daniel scheint angetan von Bridget, die plötzlich in kurzem Rock oder in durchsichtiger Bluse zur Arbeit erscheint. Sie scheint zu wissen, mit welchem Speck man welche Mäuse fängt. Auf seine eindeutigen, sexuell angehauchten E-Mails antwortet sie ohne rot zu werden. Die beiden scheinen dieselbe Sprache zu sprechen (es heisst ja, daß Sachtypen sehr unbefangen und natürlich mit Erotik und Sexualität umgehen).

13:24: „Ich bin sehr wichtig und sehr beschäftigt. Wie kannst du es wagen, mich auf diese Weise so unverschämt sexuell zu belästigen?" (Mit einem breiten, verschmitzten Grinsen im Gesicht)

Als Daniel sie später zum Essen einladen möchte, reagiert sie auch eher sachtypisch:

15:26 „Wir werden sehen." (Vielleicht)

Bei einer Präsentation soll Bridget eine Rede halten und versucht, sehr mühsam, einige handlungstypische Benimmregeln zu lernen. Aber als die Präsentation stattfindet, hat sie alles wieder vergessen (Gegenwartsorientierung, plus sachtypische Unsicherheit?).

Als sie die Einladung von Daniel dann später doch annimmt, zeigt sie sich wiederum sachtypisch. Sie versucht verkrampft, sich zu entscheiden, welche Unterwäsche nun die richtige für den Anlass sei. Offensichtlich rechnet sie insgeheim damit, mit Daniel im Bett zu landen:

16:49: " Hmmm,...Riesendilemma. Falls es rein zufällig doch zur Sache kommen sollte, wäre dies hier für den Moment (Gegenwart) die Reizvollste. Die Wahrscheinlichkeit jedoch, dass es zu dem entscheidenden Moment kommt, erhöht sich durch diese hier beträchtlich. Furchterregende, den Bauch zurückdrängende Hose. Sehr beliebt bei Omas weltweit. Schwierig, schwierig."

Und natürlich landen die beiden auch im Bett. Resumée nach zwei Tagen, in denen sich alles um Sex drehte:

25:32: „Mittwoch, soundsovielter. Habe Nahrung durch Sex ersetzt. Zigaretten 22, alle post-coital."

Sex scheint also insgesamt einen großen Raum in Bridgets Leben einzunehmen und hat enorme Wichtigkeit:

30:22 „Hurra, ich bin keine tragische, alte Jungfer mehr, sondern richtige Freundin eines wahren Sexgottes."

Als sie herausfindet, daß Daniel sie mit einer anderen Frau betrügt, fällt sie in ihr gewohntes Verhalten zurück. Sie raucht wieder, trinkt, isst Unmengen und zieht sich wieder ‚merkwürdig' an. Da sie dies aber extrem stört, verwandelt sich die Lethargie in Zorn. Nach kurzer Reflexion spornt sie diese Wut zu neuen Taten an. Die Wodkaflaschen landen im Mülleimer, sie treibt Sport bis zum Umfallen, sie kleidet sich dezent, allerdings mit roten oder pinkfarbenen Oberteilen und sie wechselt ihren Job. Sehr konsequent und handlungstypisch, was ihr offensichtlich gut tut.

Was wiederum auffällig ist, mit welch ungeübter Art sie das Handlungstypische umsetzt, völlig übertreibt. Z.B., als Daniel versucht, sie davon zu überzeugen, dass sie ihren Job bei ihm auch behalten könne und es sicher Möglichkeiten gäbe...

48:40: „Danke Daniel, das ist gut zu wissen. Aber um nicht weiter in deiner Nähe arbeiten zu müssen, würde ich sogar einen Job als Saddam Husseins Arschabwischer annehmen!"

Im neuen Job läuft zunächst auch alles schief. Bis eines Tages Marc ihr unverhoffterweise zu einem Erfolgsinterview verhilft, wonach sie sich wieder typisch ausdrückt:

„Das war Bridget Jones, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort war."

An ihrem 33.ten Geburtstag möchte sie für ihre Freunde kochen. Sie stellt sich absolut ungeschickt dabei an, obwohl sie ihr Bestes zu geben versucht. Insgesamt betrachtet gibt sie weder eine gute Köchin, noch eine gute ‚Haushälterin' ab. Schlaf- und Badezimmer sind so chaotisch wie ihr Leben. Kleider hängen über den Geländern, das Bett ist ungemacht, im Waschbecken sind Make-up Spuren, die Aschenbecher quellen über mit Zigarettenstummeln - alles sehr chaotisch aber real für einen Sachtypen (?).

Bemerkenswert der Schluß des Films, wo Bridget wohl endlich ein gutes Gespür (vom Machen ins Fühlen) für sich (vom Du-Bezug in den Ich-Bezug) entwickelt, Entscheidungen trifft und auch umsetzt mit aller Kraft (Sachtyp in Handlungstyp-Ressource). Denn sie nutzt ihre Erinnerung (von der Gegenwart in die Vergangenheit).

Bridget zu Daniel, der auf ihrer Geburtstagparty hereinschneit und sich reumütig zeigt:

110:10: „Ich sag`s dir ganz ehrlich. Das reicht mir nicht. ich hab einfach keine Lust, mein ganzes Leben auf jemanden zu setzen, der,...na ja....sich nicht ganz sicher ist."

Sie ist sich allerdings sicher, daß sie Marc haben möchte, und sagt richtig deutlich ‚NEIN', als er die Stadt verlassen möchte. Als sie denkt, daß er nun trotzdem geht, rennt sie ihm nur mit T-Shirt, Turnschuhen und Mantel bekleidet im Winter hinterher (handlungstypische Verfolgerrolle?).

Ein weiterer Hinweis für die Gegenwartsorientierung könnte sein, daß sie mit 32 Jahren anfängt, Tagebuch zu schreiben, um Vergangenes eben weniger schnell zu vergessen, was manchmal gelingt und manchmal nicht. Denn als sie Marc ihre Liebe gesteht, hatte sie ein paar Tage zuvor in ihr Tagebuch geschrieben:

„Ich hasse ihn, hasse ihn!"

Ein möglicher Du-Bezug wird dadurch dokumentiert, als daß Bridget den ganzen Film über ihre Stimmungen von anderen Menschen abhängig macht. Zudem holt sie sich ständig Unterstützung bei ihren Freunden und lässt sich von ihnen beeinflussen. Sie versucht, jedem zu gefallen, spielt Rollen, die nicht zu ihr passen. Entscheidungen für sich selbst kann sie nur treffen, wenn sie keinem Du-Bezug ausgeliefert ist.

Noch ein Indiz für die Macherin könnte sein, daß sich Bridget, wenn es ihr schlecht geht, mit ‚Reizaufnahme' versucht zu befriedigen, indem sie fern sieht, ißt, raucht, trinkt. Und dies auch relativ maßlos, da keine Gewohnheit.

 

Daniel Cleaver, vermutlicher Persönlichkeitstyp: Sachtyp-Fühler-Ich-Gegenwart

Daniel scheint ein sehr selbstverliebter Charmeur zu sein, der bevorzugt auf seine emotionalen Bedürfnisse achtet und sich selbst sehr gut reflektiert (Ich-Fühler). Er wirkt sehr selbstbewusst, setzt seine gespielte Unsicherheit eigentlich relativ gezielt ein, um Bridget von sich zu überzeugen. Er weiß genau, welche Wirkung er auf Frauen hat.

Weiterer Hinweis auf einen Sachtyp: Er achtet extrem auf weibliche Formen:

 

11:36: Nachricht (per E-Mail an Bridget) von Daniel Cleaver. Thema: Ernsthaftes (!) Problem: „Du scheinst deinen Rock vergessen zu haben. Oder ist der Rock krank?" (nachdem Bridget in einem extrem kurzen Röckchen zur Arbeit erscheint)

13:41: „PS: Dein Busen in diesem Oberteil gefällt mir." (Bridget war mit einer durchsichtigen Bluse aufgetaucht)

Wenig später im Aufzug fasst er ihr an den Po, wobei er lediglich eine Augenbraue leicht anhebt (reduzierte Sachtyp-Mimik?)

Insgesamt geht es in fast allen Gesprächen zwischen Bridget und ihm um sexuelle Dinge:

23:34: „...und erzähl´ weiter, wie ihr Mädchen in der Schule Zungenküsse geübt habt. Das ist eine phantastische Story."

Er möchte auch relativ schnell ‚zur Sache' kommen und äußert dies auch deutlich:

23:58: „Also, wie wär`s mit einem Drink bei mir. Ganz harmlos, keine halben Sachen, nur guter Sex."

Ebenso sachtypisch scheint die Tatsache, dass Daniel über einen längeren Zeitraum hinweg zweigleisig fährt. Er betrügt Bridget mit einer anderen Frau.

Als Bridget kündigen möchte, versucht er sie umzustimmen (um sich eine Alternative zu bewahren?). Und dies in einer Ausdrucksweise, wie sie eigentlich sachtypischer nicht sein könnte:

47:57: „Es gibt viele Möglichkeiten für eine Frau, die aus persönlichen Gründen eventuell, leicht übersehen oder unterschätzt wurde-beruflich gesehen..."

An Bridgets 33.ten Geburtstag kommt er bei ihr zu Hause vorbei und zeigt sich so reumütig, daß man es ihm fast glauben könnte. Sein Ego wurde durch ihre Abfuhr offensichtlich sehr verletzt (Ich-Fühler).

Doch schon kurze zeit später tröstet er sich mit weiteren Liebschaften (Gegenwart), wobei er sich die Namen der Frauen nicht merken kann oder möchte (Gegenwartsorientierung oder möglicherweise spielen die Frauen keine wichtige ! Rolle). Sein Ich-Bezug wird ganz zum Schluß noch mal deutlich, wo er mit einer ‚Frau' an seiner Seite gezeigt wird, und er nicht gemerkt hat, dass SIE ein Mann ist. Er möchte sich nur zur Schau stellen und zeigen: Schaut her, ICH bin auf Bridget nicht angewiesen.

Marc Darcy, vermutlicher Persönlichkeitstyp: Handlungstyp-Fühler-Du-Vergangenheit

Marc ist der erwünschte Heiratskandidat auf der Truthahn-Party von Bridgets Eltern.

Er zeigt sich sehr distanziert, korrekt und kontrolliert. Als er jedoch von seiner Mutter auf Bridget angesprochen wird, von der er ein sehr negatives Bild durch ein Gespräch mit ihr gewonnen hatte, reagiert er sehr gereizt, dennoch versucht, sich unter Kontrolle zu halten (Handlungstyp-Fühler):

4:40: „Mutter, ich brauche kein Date. Und schon gar nicht mit einer verbal inkontinenten, alten Jungfer, die raucht wie ein Schlot, säuft wie ein Loch und sich anzieht wie ihre Mutter."

Die Betonung der Kleidung und eines gesellschaftlich unmöglichen Verhaltens scheinen doch sehr handlungstypisch zu sein.

Insgesamt drehen sich alle Gespräche, die man im Film mitbekommt, ausschliesslich um seine Arbeit. Selbst die Frauen, die er den Film über heiratet, es sind drei an der Zahl, lernt er stets über seinen Beruf kennen. Gesellschaftliche Verpflichtungen werden zwar aus Pflichtgefühl wahrgenommen, nerven ihn aber offensichtlich, da er sie als überflüssig zu betrachten scheint:

31:30: „Ich dachte, wenn wir etwas Arbeit erledigen, wäre das Wochenende nicht total vergeudet."

Seine Ausdrucksweise ist oft sehr deutlich, wie bereits weiter oben im Dialog mit seiner Mutter ersichtlich. Auffällig ist, daß er sehr oft Negationen benutzt und als erstes realisiert, was ihm NICHT gefällt oder wovon er NICHT überzeugt ist.

Auf die Frage einer Verwandten hin, ob Daniel ein Freund von ihm sei:

38:05: „Absolut (!) nicht."

Ob er (Daniel) denn auch gut genug für ihre kleine Bridget wäre:

38:15: „Ich denke, da kann ich mit absoluter Überzeugung sagen, mit Sicherheit nicht!"

Ziemlich kompliziert möchte er zu einem späteren Zeitpunkt Bridget erklären, daß er sie gern hat. Vermutlich tut sich nur ein Handlungstyp so extrem schwer damit und wohl nur ein Handlungstyp käme auf die Idee, eine Liebeserklärung damit zu beginnen, aufzuzählen, was ihm alles NICHT gefällt:

53:05: „Hören Sie, es tut mir leid...

(er entschuldigt sich handlungstypisch relativ häufig bevor er etwas sagen möchte oder nachdem er etwas gesagt hat),

...als Rednerin sind sie absolut furchtbar und beklagenswert und neigen dazu, alles was Ihnen durch den Kopf geht, auszusprechen (Bridgets Macher), ohne groß an die Konsequenzen zu denken. Ich war bei diesem Truthahn-Curry Ihnen gegenüber zugegebenermaßen UNverzeihlich UNmöglich und ich hatte auch noch einen Rentier-Pulli an, den ich am Tag davor von meiner Mutter geschenkt bekam

(welch furchtbare Entgleisung für einen Handlungstyp, NICHT perfekt gekleidet gewesen zu sein)

..nun ja, ich möchte Ihnen eigentlich sagen, und zwar äußerst Ungeschickt, daß ich Sie...und das meine ich so...ich habe Sie, trotz Ihres bemerkenswerten Auftretens,....ganz gern. Wirklich, ich habe Sie UNheimlich gern."

Er scheint zunächst also am anderen (Du-Bezug), wahrzunehmen (Fühler), was ihm NICHT gefällt (Handlungstyp). Erst wenn eine Sache zur Vergangenheit wurde, denkt er darüber nach, was mit ihm selbst dabei passiert.

Auffällig ist sein starker Bezug zur Mutter.

Zu einem späteren Zeitpunkt unterstützt er Bridget bei ihrer Arbeit, indem er ihr ein Interview vermittelt, wodurch sie endlich erfolgreich wird.

Besonders wichtig scheint ihm, wie bereits erwähnt, seine ordentliche, dem Anlass gebührende Kleidung zu sein und handlungstypisch taucht er somit auch in Anzug und Krawatte auf Bridgets Geburtstagsparty (!) auf.

Auch hier fällt ihm zunächst das Negative an ihrer ‚Menüfolge' auf:

„Von den drei Gängen ist das der Furchtbarste."

Dennoch scheint er gelernt zu haben und schwenkt danach in eine sehr erfreuliche konstruktive Haltung um, indem er das nutzt, was vorhanden ist, um das Ergebnis positiv werden zu lassen.

Als jedoch Daniel auch auf der Party erscheint und er das Gefühl hat, dass er ihm Bridget abspenstig machen möchte, bricht der Handlungstyp wieder voll durch:

106:05: „Cleaver, komm mit raus..."

Kurz darauf und völlig unvermittelt, fängt er mit Daniel eine Prügelei an.

Ein weiterer Grund für seine Wut war, daß er Daniel immer noch nachträgt (Du-Fühler-Vergangenheit), dass er ihm vor Jahren mal eine Freundin ausgespannt hatte.

Zwischen Marc und Bridget gibt es keine Berührungen, Umarmungen, Küsse oder Sonstiges, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ihm klar ist, dass er SIE möchte und umgekehrt. Bis dahin verhält er sich ausgesprochen distanziert und förmlich.

Und trotz seiner liebevollen Art, die er zum Schluß des Films zeigt, scheint der Handlungstyp noch durch, als er Bridget in aller Öffentlichkeit (!) in den Arm nimmt und küsst:

128:28: Bridget zu ihm: „Warte mal, nette Jungs küssen eigentlich nicht so."

Seine Antwort: „Scheiße, doch, das tun sie."

Und dies mit vollem Körpereinsatz!

 

Interaktionsmuster:

Relativ typisch würden sich auch die Interaktionsmuster zeigen, wenn die Typzuordnungen so stimmig wären. Ein 0:2:2-Verhältnis von Bridget zu Daniel. Das bedeutet, sie haben zwei gleiche Ebenen (Sachtyp und Gegenwartsbezug) und Daniel hat zwei Ressourcen für Bridget (Ich-Bezug und Fühler). Sie haben also zwei Ebenen, auf denen sie sich einfach gut verstehen und Bridget sich wohlfühlt, weil sie sich nicht ‚verstellen' muß, sondern so sein kann, wie sie ist.

Daniel hingegen tut wahrscheinlich der Du-Bezug von Bridget gut, da er seinem Ego schmeichelt. Zudem sind sie durch den gemeinsamen Sachtyp sexuell auf einer Länge.

Zwischen Marc und Bridget wäre ein 0:1:3-Verhältnis. Das heißt, Bridget hat keinerlei Ressourcen für Marc, was eine Erklärung sein könnte, dass er zu Beginn relativ genervt von ihrer Art war und sehr lange brauchte, ihre positiven Seiten zu entdecken. Was dem Handlungstyp an sich schon schwer fallen könnte.

Den Du-Bezug hätten sie gemeinsam.

Ansonsten ‚bietet' Marc Bridget drei Ressourcen (Handlungstyp, Fühler und Vergangenheitsorientierung), was die enorme Anziehungskraft auf Bridget erklären würde. Obwohl sie meistens sehr gereizt und aggressiv auf ihn reagiert. Ein Zeichen dafür, dass sie zu wenig Beachtung von ihm bekam, sich ihm andauernd unterlegen fühlte. Zudem versuchte sie, ihm zu gefallen und verstellte sich permanent, was einen hohen Aufwand an Energie abverlangt (zumindest von einem Sachtyp). Und dann schien die Mühe zunächst auch noch umsonst gewesen zu sein. Erst als er ihr sagt, dass er sie so mag, wie sie ist (was für ein Fortschritt für einen Handlungstyp), zeigt sie ihm ihre wahren Gefühle.

 

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Wenn Sie einen Kommentar oder eine Ergänzung haben, schreiben Sie an die Redakteurin Petra Vogel.