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Dietrich Bonhoeffer Widerstand und Ergebung Rezensent:
Werner Winkler
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Copyright für alle Seiten: Werner Winkler, 2005-2009 |
Autor: Dietrich Bonhoeffer (Hrsg. Eberhard Bethge) Titel: Widerstand und Ergebung Erscheinungsjahr: 1951 Vermuteter Persönlichkeitstyp des Autors: Sachtyp Rezensent: Werner Winkler Inhalt-Kurzbeschreibung: Nachdem der Theologe und kritische Christ von den Nazis verhaftet worden ist, beginnt er, Briefe an seine Eltern, seine Freunde und seine Verlobte zu schreiben. Weder ahnt er zu Beginn, wie lange diese Haft dauern wird, noch, dass sie kurz vor Kriegsende mit seiner Hinrichtung enden wird und er die Empfänger der Briefe in dieser Welt nicht mehr wiedersehen wird. Doch er ist nicht nur Theologe, er ist auch Widerstandskämpfer - wenn auch auf seine eher stille Art. Er ist nicht nur Widerstandskämpfer, er ist auch Liebender, ist auch Sohn - und ein einfacher Mensch, den hin und wieder, sei es im Lärm der fallenden Bomben auf Berlin, sei es beim Anblick der Mitgefangenen, ein ganz menschlicher Schrecken überkommt. Und doch bleibt er aufrecht, wenn man den Zeugen seiner letzten Stunden glauben darf, bis ganz zuletzt. Dieses Buch ist fast eine Pflichtlektüre, nicht nur für jeden Deutschen, sondern auch für jene, die im Glauben, welcher Religion auch immer, vor allem eine Tröstung auf das Jenseits sehen - Dietrich Bonhoeffer zeigt in extremer Situation, dass Glauben für ihn mehr ist als Dogma oder Theorie: Er lässt uns in sein Herz schauen und was wir dort sehen, macht uns Hoffnung, nicht erst, wenn wir die letzten übermittelten Zeilen lesen: "Es geht mir gut. Bleibt nur gesund! Habt vielen Dank für alles. Von Herzen grüßt Euch Euer dankbarer Dietrich." "Ein privates Dokument von größter zeitgeschichtlicher Bedeutung." Leseprobe: Über deine Nähe
erwache ich mitten in tiefer Nacht Psychographischer Kommentar: Über die bekannte Leidensfähigkeit des Sachtypen hinaus erstaunt und berührt die Charakterstärke dieses Mannes, der im Laufe der vielen Monate in Haft mehr und mehr ahnen musste, welches Ende ihm bevorsteht. Trotzdem schreibt er fast immer hoffnungsvoll, macht seinen Angehörigen und Freunden Mut, ja, er kratzt ihn sich förmlich aus dem Staub seiner Zelle zusammen. Dann seine Lyrik, zahlreiche Gedichte und Gedichtentwürfe, die uns zeigen, wie sprachmächtig er ist (wieder typisch für den Sachtyp), wie belesen und doch, wie zweifelnd und nach Sicherheit suchend. Typisch auch für den Sachtyp, wie ernst er seinen Glauben nimmt - kein leicht dahingesagtes Wort, kein oberflächliches Schönreden der Situation, kein Sich-Vertrösten auf das Jenseits. Er bleibt dem wirklichen Leben, der Realität verhaftet, wie es wohl nur ein Sachtyp vermag, analysiert, zieht Schlüsse und fasst alles in verständliche Worte. Der Leser meint eins ums andere mal, selbst mit ihm in der Zelle zu sitzen und seinen Gedanken zu lauschen. Er versteht sein Leiden als einen Weg zur Freiheit, zur Läuterung von Schwächen. Er weiß offenbar auch um seine typischen Schwächen, wenn er z.B. schreibt: "Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen,/ nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen,/nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit./Tritt aus ängstlichem Zögern heraus in den Sturm des Geschens, (...)" Buchdaten:
Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung - in
verschiedenen Ausgaben zur Zeit nur gebraucht lieferbar (was
verwundert, da dieses Buch mehrere Hunderttausend Mal
verkauft und in fast zwanzig Sprachen übersetzt wurde).
Gebrauchte Bücher gibt es z.B. bei Amazon
oder bei zvab.de
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