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About a boy

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Rezensentin: Petra Vogel 

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Copyright für alle Seiten: Werner Winkler, 2005-2009

Titel: About a boy oder: der Tag der toten Ente

Erscheinungsjahr: 2002

Regie: Chris und Paul Weitz ("Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" und „Notting Hill")

Buch: Nick Hornby („High Fidelity")

Darsteller: Hugh Grant, Nicolas Hoult, Toni Collette, Rachel Weisz

Sonstiges: Soundtrack zum Film von Bradly Drawn Boy

 

Inhalt Kurzbeschreibung:

Will Freeman (Hugh Grant) wird von all seinen Geschlechtsgenossen beneidet - er fährt ein schnelles Auto, genießt seine Affären und kann mit 38 ohne jede Verantwortung in den Tag hinein leben.

Seine neueste Taktik für den Frauenfang ist der Besuch von Selbsthilfegruppen für allein erziehende Mütter und Väter, denn das ist genau der richtige Ort um einsame Frauen zu treffen. Doch dann begegnet Will Marcus. Dieser ungewöhnliche Zwölfjährige bringt sein Leben total durcheinander - mit äußerst amüsanten Folgen.

 

Psychographischer Kommentar:

Ich beschränke mich bei diesem Film auf die Hauptrolle des Hugh Grant alias Will Freeman, da ich hier den Ich-bezogenen Sachtyp (ST-Ich) so ausgezeichnet dargestellt sehe. Zudem scheint mir, dass die Rolle und der gespielte Typ des Marcus nicht authentisch ist mit seinem wirklichen Grundtyp.

Vermuteter psychographischer Typ/Untertyp von Will Freeman: ST - Ich - Fühler - Gegenwart

Wenn man einen ST plus Ich, wie er im Buch steht, erleben möchte, kommt man bei diesem Film auf seine Kosten.

Der ST Will ist ein Mensch, der ausschliesslich auf Kosten anderer lebt. So arbeitet er nicht, da er von den Tantiemen eines weihnachtlichen One-Hit-Wonders seines verstorbenen Vaters lebt. Er selbst beschreibt dies als „Auszeit von der Auszeit". Er sieht überhaupt keinen Grund, seine Zeit mit arbeiten zu verschwenden. Die Zeit an sich ist ein zentrales Thema in seinem Leben. Er unterteilt den Tag in Zeit- Einheiten. Eine Einheit dauert eine halbe Stunde (DVD 2840 - 2920). Ein Bad nehmen = eine Einheit, Internet-Recherche ("Supermodells mit durchsichtigen Oberteilen") = zwei Einheiten, sich die Haare zerstrubbeln lassen = vier Einheiten:

„Eine Stunde wirkt bedrohlich, zumal die meisten Aktivitäten nur eine halbe Stunde dauern."

Ein weiteres existentielles Thema sind Frauen. Das heisst: Eigentlich nicht die Frauen an sich, sondern lediglich der Sex mit Frauen. Er denkt ausschliesslich daran, wo er willige Frauen findet, wie er sie möglichst schnell ins Bett bekommt um sie dann genauso schnell wieder loszuwerden (DVD 1016 - 1022):

„Alleinerziehende Mütter. Warum hatte mich noch keiner darauf gebracht? Leidenschaftlicher Sex, Massage für`s Ego und eine Trennung ohne Schuldgefühle."

Um dies zu erreichen ist ihm fast jedes Mittel heilig. Er erfindet die tollsten Geschichten, lügt permanent jede Frau an und beklagt sich auch noch darüber:

„Es war Schwerstarbeit, wundervoll zu sein."

Sein Ich ist umwerfend. Den ganzen Film über sendet er Ich-Botschaften. Gleich zu Beginn erzählt Will von sich und seiner Lebensphilosophie (DVD 10 - 158):

„Meiner Meinung nach lebt jeder für sich alleine. Und im Übrigen finde ich, ist das die einzige Lebensform. Wir leben in einem Insel-Zeitalter. Vor 100 Jahren musste man sich auf die Mitmenschen verlassen können. Da hatte keiner einen Fernseher, Videos, DVDs, geschweige denn eine Espresso- Maschine, zuhause. Man hatte überhaupt nichts was cool war. Wohingegen man sich heute ein kleines Inselparadies schaffen kann mit der richtigen Ausstattung. Und noch viel wichtiger, mit der richtigen Einstellung erscheint man sonnig und tropisch und ist geradezu ein Magnet für junge schwedische Touristinnen...und ich male mir aus, dass ich vielleicht so eine Insel bin. Ich halte mich für ziemlich cool. Ich halte mich für Ibiza."

Aber damit lange nicht genug. Eine weitere Will-Weisheit (DVD 2506 - 2520):

„Ich finde, das Leben eines Menschen ist wie eine Fernseh-Show. Ich war der Star der Will-Show. Und die Will-Show bestand nicht aus einem Ensemble, sondern aus Gästen die kamen und gingen. Ich war der einzige Fix-Punkt. Es kommt nur auf mich an und nur auf mich."

Als ihm vorgeworfen wird, ein egozentrisches Ar....... zu sein, rechtfertigt er sich (DVD 4941):

„Ich bin allein. Es gibt nur mich. Ich stelle mich nur an die erste Stelle, weil kein anderer da ist."

Bei einem gemeinsamen Essen mit Marcus und seiner Mutter ist es ihm vollkommen egal, dass die beiden Vegetarier sind. Er bestellt sich ein Steak-Sandwich.

Erst nachdem Marcus, der Zwölfjährige „Gegenspieler" Wills, ihn penetrant dazu „zwingt", seine Zeit mit ihm zu verbringen, ändert sich ganz allmählich seine Einstellung und es gelingt ihm streckenweise in seine Ressource Wir zu wechseln. Das bekommt ihm gut und er fühlt sich richtig gut damit :"Ich habe einen anderen Menschen glücklich gemacht."

Möglicherweise ist er ein Fühler, denn er spricht des öfteren im Film davon:" Irgendwie hatte ich ein merkwürdiges Gefühl."

Zudem verbringt er seine Zeit fast ausschliesslich damit, vor dem Fernseher zu sitzen oder Musik zu hören.

Ein Hinweis auf eine Gegenwartsorientierung könnte sein, dass er Stimmungen vom Vortag nicht mit in den anderen Tag nimmt. Am ersten Tag, als Marcus an seiner Tür klingelt, ärgert er sich fürchterlich. Am darauffolgenden Tag ärgert er sich wieder, allerdings gegenwärtig. Ähnlichkeiten zum Film „Und täglich grüßt das Murmeltier", in dem ein Mann ein und denselben Tag immer wieder neu erlebt.

Seine Klamotten entsprechen den neuesten Trends, er trägt eine moderne Frisur und lebt in einer Designerwohnung. Da ist nichts Altes-Vergangenes an ihm. An die Zukunft denkt er aber eigentlich auch nicht. Ansonsten würde er sich mal Gedanken darüber machen, wovon er in zehn Jahren leben soll, etc. Er lebt nur in den Tag hinein.

 

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Leser-Kommentare:

"Für mich scheint noch erwähnenswert, dass sich am Ende des Film die Entwicklung des Ich-Bezogenen hin zum "Wir" zeigt: Er lädt Freunde und Bekannte zu einer Weihnachtsfeier ein und fühlt sich ganz wohl dabei. Seine Aussage dabei (nicht wörtlich zitiert): Menschen sind zwar Inseln, aber sie sind unter der Oberfläche miteinander verbunden." (Werner Winkler)

 

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